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Chinesische Bombenwerfer sind religiöse Extremisten

Für den Angriff auf einen Strassenmarkt in Xinjiang sind laut chinesischer Polizei uigurische Extremisten verantwortlich. Um weitere blutige Attacken in der Region zu verhindern, greift Peking zu «Spezialmassnahmen».

Peking verstärkt seine militärische Präsenz stark: Soldaten kommen in Ürümqi an. (23. Mai 2014)
Peking verstärkt seine militärische Präsenz stark: Soldaten kommen in Ürümqi an. (23. Mai 2014)
Reuters

Nach dem blutigen Anschlag in der unruhigen Region Xinjiang hat die chinesische Polizei nach eigenen Angaben fünf mutmassliche Attentäter identifiziert. Sie sollen sich mit religiösen Gewaltvideos radikalisiert haben, zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua die Fahnder am frühen Samstagmorgen.

Die Fünf sollen sich Ende des Jahres 2013 als Gruppe zusammengeschlossen haben. Ihre Namen deuten auf die muslimische Minderheit der Uiguren hin.

Vier der mutmasslichen Attentäter seien bei der Attacke am Donnerstag in der Regionalhauptstadt Ürümqi ums Leben gekommen, ein Verdächtiger sei festgenommen worden, berichtete Xinhua. Die Zahl der Todesopfer des Anschlags sei inzwischen von 31 auf 39 gestiegen. Unklar ist, ob die getöteten Attentäter in den Opferzahlen mitgerechnet wurden.

Bei dem Anschlag waren die Angreifer mit zwei Geländewagen auf einen morgendlichen Strassenmarkt gefahren, hatten Menschen überrollt und Sprengsätze gezündet. Beide Autos explodierten schliesslich. Als Reaktion auf den Anschlag kündigte die Regierung von Xinjiang eine einjährige Antiterrorkampagne in der von muslimischen Uiguren bewohnten Region Xinjiang an.

Peking kündigt «Spezialmassnahmen» an

«Extreme Spezialmassnahmen» seien nötig, kündigte die lokale Parteiführung an, ohne nähere Details zu nennen. Gleichzeitig wurden die Polizeikontrollen in Peking verschärft. Nach Ausschreitungen im Jahr 2009 mit rund 200 Toten hatte die Regierung für rund ein Jahr lang das Internet in Xinjiang abgeschaltet.

Wegen der Spannungen zwischen den muslimischen Uiguren und den Han-Chinesen gilt Xinjiang schon lange als Unruheherd. Terrorexperten hatten am Donnerstag gewarnt, dass ein zu strenges Vorgehen der Sicherheitsbehörden die Gewalt in der Region weiter antreiben könnte.

Der «schwere Terrorakt», wie ihn chinesische Behörden beschreiben, stiess in China und weltweit auf heftige Empörung. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Anschlag scharf. Es gebe keine Rechtfertigung für die Tötung von Zivilisten, sagte er.

In China wurde die Berichterstattung über den Anschlag am Freitag stark eingeschränkt. Der Bericht von «Huanqiu Shibao» wurde nach wenigen Stunden gelöscht.

SDA/chk

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