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Das Tsunami-Kalenderrätsel

Vor zehn Jahren kam es zu einer der grössten Naturkatastrophen der jüngeren Geschichte. Neben dem Leid bleiben auch unfassbare Zufälle in Erinnerung.

Das Original entstand zwischen 1823 und 1829: Abbild einer neu geschnittenen Kopie von «Unter der Welle im Meer vor Kanagawa» von Katsushika Hokusai. Foto: Wikimedia
Das Original entstand zwischen 1823 und 1829: Abbild einer neu geschnittenen Kopie von «Unter der Welle im Meer vor Kanagawa» von Katsushika Hokusai. Foto: Wikimedia

Am Morgen des 26. Dezember 2004, um 7.58 Uhr, bebt vor der Küste von Sumatra die See. Etwas mehr als zwei Stunden später erhebt sich 800 Kilometer weiter nördlich bei strahlend blauem Himmel aus spiegelglatter See eine Welle von unvorstellbarer Zerstörungskraft. Am Strand von Khao Lak, wo viele Europäer die Weihnachtstage verbringen, türmt sie sich zu einer Wand von elf Metern Höhe auf, an der Küste des indonesischen Aceh ist sie mehr als doppelt so hoch. An diesem Tag nimmt die Welt das Wort Tsunami in ihren Wortschatz auf. Davor konnte die überwältigende Mehrzahl der Menschen in Europa mit dem Begriff nichts anfangen. Sie hatten noch nie von jenem Naturphänomen gehört, das dem erdbebengeplagten Inselvolk der Japaner seit Jahrhunderten so vertraut war, dass sie es Tsunami tauften, «Welle im Hafen».

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