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Demonstrant in dunkle Ecke gezerrt und geschlagen

Ein Video zeigte, wie gewalttätig Hongkonger Polizisten offenbar gegen Protestierende vorgingen. Nun wurden sieben Beamte verhaftet.

Wenige Stunden nach einem Gesprächsangebot von Hongkongs Führung: Das Bild zeigt angeblich, wie Polizisten auf einen gefesselten Demonstranten einschlagen.
Wenige Stunden nach einem Gesprächsangebot von Hongkongs Führung: Das Bild zeigt angeblich, wie Polizisten auf einen gefesselten Demonstranten einschlagen.
Reuters

Die Polizei in Hongkong hat im Zusammenhang mit Gewalttaten gegen einen gefesselten Demonstranten sieben ihrer eigenen Beamten festgenommen. Sie sollen einem prodemokratischen Teilnehmer während eines Zusammenstosses der Protestler und der Polizei am 15. Oktober Handschellen angelegt, ihn in eine dunkle Ecke gezerrt und dann auf ihn eingeschlagen und eingetreten haben. Die Szenen wurden aufgenommen und hatten zu öffentlicher Wut über das Vorgehen der Polizei geführt.

Wie Polizeivertreter ausserdem berichteten, kam es bei weiteren Handgemengen im Zuge der Räumung des Protestlagers im Viertel Mong Kok zu elf weiteren Festnahmen. Die Behörden hatten am Dienstag damit begonnen, das Protestcamp abzureissen. Polizisten entfernten Barrikaden aus Metall, Zelte und andere Blockaden. Damit wurden seit Dienstag insgesamt mindestens 159 Demonstranten festgenommen, darunter auch Anführer der Bewegung.

Proteste waren bisher vergeblich

Mong Kok ist eine von drei Protestzonen der Demokratiebewegung in Hongkong. In dem dortigen Lager war es im Zuge der Proteste mehrfach zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Aktivisten demonstrieren seit Ende September vergeblich für eine freie Wahl des Regierungschefs der chinesischen Sonderverwaltungszone im Jahr 2017. Gespräche zwischen dem unbeliebten Regierungschef Leung Chun Ying und den von Studenten angeführten Demonstranten blieben ohne Ergebnis.

Die Proteste, die anfangs noch Zehntausende angezogen hatten, waren zuletzt immer kleiner geworden. Die Festnahme der Protestführer am Mittwoch könnte die Protestbewegung wieder stärken.

AP/thu

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