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Die verheerenden Folgen des Frauenmangels in China

In China kommen 120 Männer auf 100 Frauen. Das Ungleichgewicht der Geschlechter bereitet den Boden für Entführungen, Prostitution und Zwangsheirat.

Entführt und missbraucht: Prostituierte in Fuzhou.
Entführt und missbraucht: Prostituierte in Fuzhou.
Keystone

Weil das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in China immer grösser wird, werden einem Bericht zufolge immer mehr Frauen entführt und zwangsverheiratet. Die Opfer würden als Bräute verkauft oder zur Prostitution gezwungen, berichtete die Zeitung «Global Times» am Dienstag. Die Polizei habe seit April 2009 mehr als 10'000 entführte Frauen befreit, darunter 1100 Ausländerinnen.

Zudem seien fast 6000 gekidnappte Kinder aus der Gewalt ihrer Entführer befreit worden. «Kinder werden an kinderlose Paare verkauft und Frauen an Familien, die ihre Söhne verheiraten wollen», zitierte die Zeitung Li Hongtao von der chinesischen Frauen- Universität.

Das Problem des Menschenhandels sei in den vergangenen Jahren «komplizierter, international und professionell» geworden, sagte ein ranghoher Beamter des Ministeriums für öffentliche Sicherheit laut der Zeitung. «Es ist eine neue Herausforderung für die Polizei.

Traditionelle Bevorzugung von Jungen

Dem Bericht zufolge kamen 2005 120 Männer auf 100 Frauen in China. Für das wachsende Ungleichgewicht wird unter anderem die Ein-Kind-Familienpolitik der Regierung verantwortlich gemacht, die wegen der traditionellen Bevorzugung von Jungen dazu geführt hat, dass mehr männliche Kinder geboren werden. Inzwischen gebe es in China nicht mehr genügend Frauen im heiratsfähigen Alter, hiess es in der «Global Times».

SDA/jak

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