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Drei Kinder sterben bei Angriffen auf Regierungskritiker in Thailand

Bei Anschlägen auf Regierungsgegner sind in Thailand mindestens fünf Menschen getötet worden. Bei zwei Opfern handelt es sich nach Angaben von Polizei und Rettungskräften um Kinder.

Erneute Gewalteruption: Ein Polizist inspiziert den Ort eines Anschlags auf Regierungsgegner in Bangkok. (23. Februar 2014)
Erneute Gewalteruption: Ein Polizist inspiziert den Ort eines Anschlags auf Regierungsgegner in Bangkok. (23. Februar 2014)
AFP

Bei einem mutmasslichen Granatangriff auf ein Lager von Regierungsgegner sind in der thailändischen Hauptstadt Bangkok zwei kleine Kinder und eine Frau getötet worden. Ein sechs Jahre altes Mädchen erlag am Montag ihren schweren Gehirn- und Leberverletzungen, die sie bei der Attacke am Sonntag erlitten hatte, wie der Notfalldienst Erawan mitteilte.

Bei dem Angriff selbst nahe der Ratchaprasong-Umgehungsstrasse im Stadtzentrum waren bereits der vier Jahre alter Bruder des Mädchens sowie eine 59 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Ein neun Jahre alter Junge kämpft mit schweren Gehirn- und Lungenverletzungen auf der Intensivstation gegen den Tod, wie es am Montag weiter hiess.

In der Nacht zum Sonntag attackierten Bewaffnete ein Protestlager der Regierungsgegner in der Provinz Trat mit Schusswaffen und Granaten. Dabei starb ein fünfjähriges Mädchen. Laut früheren Berichten hatte es 2 Tote bei dem Angriff gegeben, dies wurde von der Polizei jedoch nicht bestätigt. 37 Menschen wurden verletzt.

Feuer eröffnet

Die Angreifer hätten sich dem Protestlager in Khao Saming in Trat, etwa 200 Kilometer östlich von Bangkok, in zwei Pick-up-Fahrzeugen genähert und das Feuer eröffnet, berichtete der Polizeibeamte Kanapum Naewawit am Telefon. Die Täter konnten danach flüchten.

Akanat Promphan, der Sprecher des Protestbündnisses «Demokratisches Reformkomitee des Volkes» (PDRC) sagte, der Angriff sei gut organisiert gewesen. Die Regierung der Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra müsse die Verantwortung für die Bluttat übernehmen, forderte Akanat. «Die Regierung tut nichts, um solche Angriffe zu verhindern, und hat auch die Schuldigen für frühere Gewalttaten nicht gefunden.»

Die Oppositionellen halten seit November Protestkundgebungen gegen die Regierung ab. Die grössten Proteste finden in Bangkok statt, wo sie mehrere Kreuzungen besetzt halten und Regierungsgebäude blockieren. Mindestens 17 Menschen sind seit November bei Attacken oder Zusammenstössen mit Sicherheitskräften ums Leben gekommen, etwa 700 wurden verletzt.

Treffen der regierungsfreundlichen UDD

Am Sonntag trafen sich auch Anführer der regierungsfreundlichen Bewegung UDD, wie die Tageszeitung «The Nation» berichtete. Bei dem Treffen in Nakhorn Ratchasima nordöstlich von Bangkok wollten sie Wege finden, den protestierenden Regierungsgegnern friedlich zu begegnen.

«Wenn wir nichts tun, wird diese Regierung und die Demokratie bis März völlig zusammenbrechen», sagte UDD-Chef Jatuporn Prompan. Die auch als Rothemden bekannte UDD hatte 2010 die Strassenproteste gegen die damals regierende Demokratische Partei angeführt. Bei Zusammenstössen wurden damals 92 Menschen getötet.

sda/AP/chk

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