Erdogan: Befehl zu Khashoggis Tötung kam von höchster Ebene

Der türkische Präsident glaubt aber nicht an eine Verwicklung des saudischen Königs Salman in den Mord am Journalisten.

Eine Forderung und eine Bitte in London: Hatice Cengiz verlangt die völlige Aufklärung im Mordfall ihres Verlobten. (Video: AP)

Die Tötung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi ist nach Einschätzung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip von höchster Regierungsebene in Riad angeordnet worden.

In einem Gastbeitrag für die «Washington Post» vom Freitag schrieb Erdogan: «Wir wissen, dass sich die Täter unter den 18 in Saudiarabien festgenommenen Verdächtigen befinden. Wir wissen auch, dass sie kamen, um ihre Befehle auszuführen: Khashoggi töten und abhauen.»

«Schliesslich wissen wir, dass der Befehl zur Tötung Khashoggis von den höchsten Ebenen der saudiarabischen Regierung kam», fügte Erdogan hinzu. Zugleich glaube er «nicht eine Sekunde lang», dass der saudiarabische König Salman den Befehl erteilt habe.

Er sei schockiert und traurig über die Versuche der Saudis, den geplanten Mord Khashoggis zu vertuschen. Riad müsse nun die Schuldigen bestrafen, auch den Konsul, der die Medien belogen habe. Niemals wieder solle jemand eine solche Tat auf dem Grund einer Nato-Nation begehen und gegen das Übereinkommen über konsularische Beziehungen verstossen, warnte Erdogan schliesslich. Kämen die Täter ungeschoren davon, würde das einen sehr gefährlichen Präzedenzfall schaffen.

Kronprinz unter Verdacht

Nach wochenlangen Dementis hatte Saudiarabien unter internationalem Druck nach und nach zugegeben, dass Khashoggi am 2. Oktober vorsätzlich im saudiarabischen Konsulat in Istanbul getötet wurde. Die Türkei fordert die Auslieferung der 18 Verdächtigen.

Khashoggi lebte seit 2017 in den USA und hatte sich zuletzt in der «Washington Post» kritisch mit der Lage in seiner Heimat auseinandergesetzt. Es besteht der Verdacht, dass Kronprinz Muhammad bin Salman, Saudi-Arabiens starker Mann, den Journalisten umbringen liess. Riad bestreitet das.

anf/afp

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