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Evakuierung unter Zwang und eine unerwartet frohe Botschaft

Nach einem erneuten Vulkanausbruch in Indonesien wehren sich einige Bewohner trotz Todesgefahr gegen eine Evakuierung. Ihre Begründung mutet heroisch an.

Überlebt, aber alles verloren: Indonesier sitzen in den Trümmern ihrer Häuser.
Überlebt, aber alles verloren: Indonesier sitzen in den Trümmern ihrer Häuser.
Keystone
Auf der Flucht: Aus Angst vor dem nahenden Tsunami fliehen die Bewohner der betroffenen Region in die Berge.
Auf der Flucht: Aus Angst vor dem nahenden Tsunami fliehen die Bewohner der betroffenen Region in die Berge.
Reuters
Beschwerlicher Arbeitsweg: Die Wassermassen fliessen in Jakarta nur langsam ab.
Beschwerlicher Arbeitsweg: Die Wassermassen fliessen in Jakarta nur langsam ab.
Reuters
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Nach einem neuerlichen Ausbruch des Vulkans Merapi auf der indonesischen Hauptinsel Java am Samstag haben die Streitkräfte an den Berghängen lebenden Dorfbewohner zwangsweise in Sicherheit gebracht.

Bei der chaotischen Evakuierung kam nach Angaben des Roten Kreuzes eine 44-jährige Frau ums Leben. Damit starben bereits 36 Menschen seit dem ersten Ausbruch am Dienstag. Die mächtige, insgesamt 21-minütige Eruption führte zur vorübergehenden Schliessung des 20 Kilometer entfernten Flughafens von Yogyakarta.

Unterstützung für Vieh und Unterkunft

Zu dem erneuten Ausbruch sei es am frühen Morgen gekommen, berichtete ein Vulkanologe. Einige Dorfbewohner lehnten es ab, ihre Häuser zu verlassen. Als Begründung gaben sie an, ihr Vieh und ihre Unterkünfte schützen zu wollen.

Derzeit seien mindestens 47'000 Menschen, die rund um den Vulkan leben, in Lagern der Regierung oder bei Angehörigen und Freunden untergebracht, teilte der Nationale Katastrophenschutzstab mit.

Während die Behörden bereits von einem Nachlassen der Vulkanaktivität gesprochen hatten, warnte der Leiter des nahegelegenen Vulkan-Zentrums am Samstag davor, dass das Schlimmste noch bevorstehen könnte.

Über 130 Vermisste gefunden

Eine Freudenmeldung können hin gegen die Rettungskräfte vermelden: Auf der vom Tsunami verwüsteten Inselkette sind mehr als 130 Vermisste lebend gefunden worden. Die Rettungskräfte hätten die insgesamt 135 Menschen in den Hügeln der Insel von Nord-Pagai entdeckt, teilte ein Vertreter der Rettungskräfte am Samstag mit.

Damit sei die Zahl der vermisst gemeldeten Personen von 298 auf 163 gesunken. Die Zahl der Todesopfer der am Montag durch ein Erdbeben der Stärke 7,7 ausgelösten Flutwelle stieg unterdessen auf 413. Die Hilfsmassnahmen gestalteten sich in der abgelegenen Inselkette vor Sumatra wegen des hohen Seegangs, des heftigen Regens und dem Fehlen von Booten weiter schwierig. «Hilfsmittel sind reichlich vorhanden. Unglücklicherweise fehlt es aber an ausreichend Booten, um sie rasch zu verteilen», sagte ein Leiter der Hilfsoperation. So hätten bisher nur fünf Prozent der im Hafen von Sikakap auf der Insel Nord-Pagai eingetroffenen Hilfsmittel zu den Betroffenen ausgeliefert werden können.

SDA/mrs

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