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Heftige Gefechte in Damaskus und Aleppo

In der Hauptstadt und im Handelszentrum Syriens liefern sich Rebellen und Militär erbitterte Kämpfe. Tausende fliehen vor den Bombardements in die Nachbarstaaten.

Gegenoffensive des Militärs: Ein Lastwagen brennt nach einer Explosion in Erbeen vor Damaskus. (21. Juli 2012)
Gegenoffensive des Militärs: Ein Lastwagen brennt nach einer Explosion in Erbeen vor Damaskus. (21. Juli 2012)
Reuters

Mit Beginn des Fastenmonats Ramadan hat das syrische Militär eine massive Gegenoffensive gegen die Aufständischen gestartet. Nach Angaben der Opposition überrannten die Regierungstruppen am Samstag einen Vorort von Damaskus. Nördlich der Stadt Homs seien Truppen zusammengezogen worden.

Das Lokale Koordinationskomitee der Opposition berichtete, dass sich Truppen von Präsident Baschar al-Assad an den Eingängen der Aufständischen-Hochburg Al-Rastan nördlich von Homs sammelten. Augenzeugen berichteten von Aufklärungsflügen über der Stadt und einsetzendem Artilleriebeschuss.

Aus dem Umland von Damaskus wurden heftige Gefechte gemeldet. Bei dem Angriff auf die Vorstadt Schaba soll das Militär von regimetreuen Milizen unterstützt worden sein. Die syrischen Menschenrechtsbeobachter in London berichteten, dem Angriff sei schwerer Artilleriebeschuss vorausgegangen.

Im Viertel Al-Messe, wo viele höhere Offiziere der Sicherheitskräfte leben, gelang es Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) nach eigenen Angaben, einen Militärstützpunkt einzunehmen. Wie für alle anderen Informationen gab es dafür von unabhängiger Seite keine Bestätigung.

Die syrischen Streitkräfte hatten am Freitag in Damaskus eine Gegenoffensive gegen die Rebellen gestartet und nach heftigen Kämpfen die Kontrolle über das Viertel Midan übernommen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen kontrolliert die Armee inzwischen auch die Stadtteile Tadamun, Kabun und Barse.

Erneut Kämpfe in Aleppo

In der zweitgrössten syrischen Stadt Aleppo lieferten sich Militär und Rebellen über weite Strecken des Tages heftige Kämpfe. Die Handelsmetropole im Norden war bislang von den bewaffneten Auseinandersetzungen weitgehend verschont geblieben.

Die Grenze zur Türkei war nach Angaben der türkischen Zeitung Hürriyet fest in Rebellenhand. Sieben der acht Grenzübergänge würden mittlerweile von Kämpfern der FSA kontrolliert. Reisende aus Syrien berichteten allerdings einem Al-Dschasira-Reporter am Übergang Bab al-Hawa, dass nur wenige Kilometer landeinwärts das syrische Militär den Verkehr kontrolliere.

Fluchtwelle

Vor den Kämpfen fliehen tausende Menschen in die Nachbarstaaten. «Wir sind inmitten der Bombardements geflohen», sagte ein Händler aus dem Viertel Midan in Damaskus, der die Grenze zu Libanon in Masnaa passierte. «Es herrscht ein richtiger Krieg.»

Nach Angaben des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) flohen während der Kämpfe in Damaskus innert 48 Stunden zwischen 8500 und 30'000 Menschen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sprach von «mehr als 18'000» Flüchtlingen.

Das UNHCR schätzt, dass seit Beginn der Aufstände vor 16 Monaten rund eine Million Syrer aus Angst um ihr Leben ihre Heimatstädte verlassen haben. Syrien hat 21 Millionen Einwohner.

SDA/kle

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