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Hongkongs Polizei verhindert Parlamentsbesetzung

In Hongkong kam es zu schweren Zusammenstössen zwischen Demokratiebefürwortern und der Polizei. Es gab vier Verhaftungen.

Protestieren wieder: Demonstranten in Hongkong mit gelben Regenschirmen in den Händen. (1. Februar 2015)
Protestieren wieder: Demonstranten in Hongkong mit gelben Regenschirmen in den Händen. (1. Februar 2015)
Reuters
Noch wird ihnen nichts vorgeworfen: Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (2. von rechts) mit den Protestführern Chan Kin-man, Benny Tai und Chu Yiu-ming (von links nach rechts) bevor sie sich der Polizei stellten. (3. Dezember 2014)
Noch wird ihnen nichts vorgeworfen: Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (2. von rechts) mit den Protestführern Chan Kin-man, Benny Tai und Chu Yiu-ming (von links nach rechts) bevor sie sich der Polizei stellten. (3. Dezember 2014)
Reuters
Grosser Tumult: Polizisten versuchen, die Demonstranten zurückzudrängen. (27. September 2014)
Grosser Tumult: Polizisten versuchen, die Demonstranten zurückzudrängen. (27. September 2014)
AP Photo/Apple Daily
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Nach fast zwei Protestmonaten haben Demonstranten in Hongkong versucht, das Parlamentsgebäude zu besetzen. Die Polizei setzte am frühen Morgen nach eigenen Angaben Pfefferspray ein, um Eindringlinge vom Legislativrat zurückzudrängen.

(Video: Reuters)

Nach Angaben der Polizei versuchten die ersten Demonstranten gegen 1.00 Uhr am Morgen, in das Parlamentsgebäude einzudringen. Augenzeugen berichteten, dass in den darauffolgenden Stunden immer mehr vermummte Protestierende zu dem Gebäude strömten. Wiederholt sei es zu kleineren Zusammenstössen mit Sicherheitskräften gekommen.

Augenzeugen sprachen von vermummten Aktivisten, die in das Parlamentsgebäude eindringen wollten. Sie berichteten, dass Menschen versuchten, Glasscheiben und Türen zu zertrümmern, um in das Gebäude zu gelangen. Beamte nahmen vier Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren unter anderem wegen Sachbeschädigung fest, wie die Polizei mitteilte. Drei Polizisten wurden gemäss den Angaben verletzt und im Spital behandelt.

Regierung verurteilt Angriff

Die Hongkonger Regierung kritisierte Angriffe von vermummten Demonstranten auf das Parlamentsgebäude scharf. In einer Mitteilung hiess es, die Angreifer seien mit Eisenstangen und Steinen bewaffnet gewesen und hätten das Gebäude stark beschädigt. Das Gebäude wurde am Mittwoch für die Öffentlichkeit geschlossen und Parlamentssitzungen wurden vorerst ausgesetzt.

Auch prodemokratische Demonstranten verurteilten die Angriffe. Das Vorgehen habe nichts mit friedlichem, zivilem Ungehorsam gemein, den die Regenschirm-Bewegung mit ihrer Strassenbesetzung anstrebe, hiess es in einer Mitteilung.

Es war zunächst nicht klar, ob die Angreifer zur Gruppe der Demonstranten gehörten, die seit Wochen für mehr Demokratie in Hongkong eintreten. Protestführer hatten ihre Anhänger immer wieder dazu aufgerufen, die Polizei nicht unnötig zu provozieren und die Bevölkerung nicht mit neuen Strassenbesetzungen zu belästigen.

Proteste seit gut zwei Monaten

Die Proteste hatten sich vor gut zwei Monaten an den Plänen Pekings entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Seit der Rückgabe der ehemaligen britischen Kronkolonie 1997 an China wird Hongkong als eigenes Territorium autonom regiert.

Gestern hatten Polizisten und Arbeiter begonnen, Strassensperren am wichtigsten Protestlager auf der Insel Hongkong zu räumen. Ein Gericht hatte die Räumung angeordnet. Zuletzt hatten noch mehrere hundert Aktivisten am Protestlager in Admiralty nahe des Regierungssitzes auf der Insel Hongkong ausgeharrt.

AFP/chk

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