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Japanische Jets fangen chinesische Maschine ab

Der Inselstreit zwischen China und Japan eskaliert weiter: Eine chinesische Aufklärungsmaschine hat sich den umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer genähert. Tokio reagierte umgehend.

Angespannte Lage im Ostchinesischen Meer: Südkoreanische Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt von Seosan.
Angespannte Lage im Ostchinesischen Meer: Südkoreanische Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt von Seosan.
Keystone
China wie auch Japan erheben Anspruch auf eine Kette felsiger Inseln: Ein japanisches Patrouillenflugzeug über Senkaku. (13. Oktober 2013)
China wie auch Japan erheben Anspruch auf eine Kette felsiger Inseln: Ein japanisches Patrouillenflugzeug über Senkaku. (13. Oktober 2013)
Japan Pool/Jiji Press, AFP
Auf dem Weg zu den Diaoyu-Inseln: Chinesische Fischerboote. (16. September 2012)
Auf dem Weg zu den Diaoyu-Inseln: Chinesische Fischerboote. (16. September 2012)
AFP
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Japan warf der Volksrepublik am Donnerstag vor, ein chinesisches Aufklärungsflugzeug habe den japanischen Luftraum über der Inselgruppe verletzt. Nach japanischen Regierungsangaben drang das zur chinesischen Marine gehörende Flugzeug am Vormittag (Ortszeit) in den japanischen Luftraum über der Inselgruppe ein, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird und die von Japan verwaltet wird.

Daraufhin entsandte Japan acht Kampfjets vom Typ F-15, wie das Verteidigungsministerium in Tokio mitteilte. Das chinesische Flugzeug habe den Luftraum später wieder verlassen.

Zwar blieb eine direkte Konfrontation zwischen beiden Ländern zunächst aus, Tokio verurteilte das Eindringen der chinesischen Maschine jedoch als «extrem bedauerlich». «Das ist die erste Verletzung unseres Luftraums durch eine chinesische Maschine, so weit wir zurückdenken können», sagte ein ranghoher Beamter des japanischen Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

Überfliegen laut China «völlig normal»

China verteidigte die Aktion hingegen. «Das Überfliegen der Diaoyu-Inseln mit einem chinesischen Aufklärungsflugzeug der Marine ist völlig normal», erklärte der Sprecher des Aussenministeriums in Peking, Hong Lei. Die Inseln seien «seit historischen Zeiten Chinas rechtmässiges Territorium». Japan forderte er auf, seine «illegalen Aktivitäten in den Gewässern und im Luftraum der Diaoyu-Inseln einzustellen».

Der im Wahlkampf befindliche japanische Regierungschef Yoshihiko Noda forderte nach dem Vorfall eine «besondere» Überwachung der Inseln. Der Kommandant der japanischen Küstenwache, Takashi Kitamura, verlangte, angesichts Chinas öffentlicher Ankündigung, die Situation zum Dauerzustand zu machen, müsse die japanische Regierung die Kapazitäten der Küstenwache aufstocken.

Inselstreit in jüngster Zeit verschärft

Die USA ermahnten China und Japan zur Zurückhaltung. Beide Länder sollten alles unterlassen, was den Konflikt eskalieren lassen könnte, erklärte das Aussenministerium in Washington. Die Vereinigten Staaten haben sich im Inselstreit für neutral erklärt, zugleich aber auf ihre Beistandsverpflichtungen für Japan hingewiesen.

Die Spannungen zwischen Japan und China wegen der unbewohnten Inselgruppe hatten sich in jüngster Zeit verschärft. Der kleine Archipel befindet sich etwa 200 Kilometer vor der Küste Taiwans und rund 400 Kilometer von der japanischen Insel Okinawa entfernt.

Er liegt strategisch günstig in fischreichen Gewässern, zudem werden in der Umgebung Erdöl- und Erdgas-Vorkommen vermutet. Ausgelöst wurden die Spannungen im September dadurch, dass Tokio beschloss, mehrere der Inseln aus japanischem Privatbesitz zu kaufen.

SDA/ses/rub

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