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Kim Jong-ils Leibwächter packt aus

Die nordkoreanische Diktatur schwelge im Luxus, während sie das Volk wissentlich hungern lasse. Ein Dissident erhebt eine Reihe schwerer Vorwürfe.

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il in Wladiwostok. (24. August 2002)
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il in Wladiwostok. (24. August 2002)
Vladimir Sayapin, Keystone

Lee Jong-guk war zehn Jahre lang persönlicher Bodyguard von Kim Jong-il, dem verstorbenen Vater des heutigen nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un. Lee ist heute Menschenrechtsaktivist. Im Interview mit dem «Echo der Zeit» gab der 55-Jährige traurige Einblicke in die inneren Mechanismen der nordkoreanischen Diktatur.

Das politische Kalkül der Diktatoren

Gemäss Lee ist sich das Regime voll bewusst, dass die Bevölkerung unter seiner Herrschaft hungert und leidet, während die Diktatoren selber im Luxus schwelgen. Kim Jong-il sei aber überzeugt gewesen, dass die Gewaltherrschaft eine Öffnung nie überleben würde. Aus diesem Grund würde das Regime auch nie auf sein Atomprogramm verzichten, das es in seinen Augen vor Eingriffen der USA schützt. Zudem erkaufe die Regierung mit den Atomwaffen die Loyalität einer atomvernarrten Armeespitze.

Auch der Hunger halte die Diktatur stabil, da die Bevölkerung schlicht zu geschwächt sei, um sich aufzulehnen. Nachdem Lee als Leibwächter seine Eltern zehn Jahre nicht sehen durfte, sei er beim Wiedersehen erschrocken, wie ausgemergelt und kraftlos sie gewesen seien. Deswegen glaube er nicht an eine Revolution. Falls das Regime falle, dann nur durch einen Militärputsch aus inneren Kreisen, so die nüchterne Analyse Lees.

Für die Diktatoren geht die Rechnung also auf – auch materiell: Kim Jong-il habe besonders japanisches Essen, Mercedes-Limousinen, skandinavische Möbel, französisches Parfüm und amerikanische Schnäpse geschätzt. Sein Sohn Kim Jong-un, der heute Nordkorea führt, sei sogar noch brutaler, unsicherer und paranoider als sein Vater.

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