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Kriegsschiffe kreuzen im Gelben Meer – Schüsse an der Grenze

Die Marine Südkoreas und ein Flugzeugträger der USA bewegen sich aufs offene Meer zu. Von der Insel Yeonpeong aus waren heute erneut Schüsse zu hören.

Südkorea hat die von Nordkorea angegriffene Insel Yeongpyeong zum Sperrgebiet erklärt: Ein südkoreanisches Schiff bereitete sich derweil auf einen möglichen Angriff vor.
Südkorea hat die von Nordkorea angegriffene Insel Yeongpyeong zum Sperrgebiet erklärt: Ein südkoreanisches Schiff bereitete sich derweil auf einen möglichen Angriff vor.
Reuters
Wuchtige Erscheinung: Der amerikanische Flugzeugträger USS Washington nahm am Manöver im Gelben Meer teil.
Wuchtige Erscheinung: Der amerikanische Flugzeugträger USS Washington nahm am Manöver im Gelben Meer teil.
Keystone
Die Idylle trügt: Yeonpyeong ist zwar eine beschauliche Insel, aber seit Jahrzehnten umstritten.
Die Idylle trügt: Yeonpyeong ist zwar eine beschauliche Insel, aber seit Jahrzehnten umstritten.
Keystone
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Der Konflikt zwischen Pyongyang und Seoul ist am Freitag weiter eskaliert. Auf der südkoreanischen Insel Yeonpyeong, Ziel des Angriffs vom Dienstag, waren Artillerieschüsse aus dem Norden zu hören. Die Geschosse schlugen aber nicht auf südkoreanischem Gebiet ein.

Einem Bericht des südkoreanischen Fernsehsenders YTN zufolge geht das Militär nicht davon aus, dass der verfeindete Süden das Ziel des nordkoreanischen Manövers war. Ein Militärsprecher sagte dem Sender, rund 20 Granaten seien offenbar nördlich der umstrittenen Seegrenze in nordkoreanischen Gewässern niedergegangen.

In Bunker zurückgezogen

Auf der Insel Yeonpyeong verschanzten sich die verbliebenen Bewohner den Angaben zufolge in Luftschutzbunkern. Nordkorea hatte am Dienstag dutzende Granaten auf die südkoreanische Insel abgefeuert. Dabei wurden zwei südkoreanische Soldaten und zwei Zivilisten getötet, 18 Menschen wurden verletzt.

Südkorea erwiderte den Beschuss, versetzte seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft und kündigte die Verstärkung der Truppen an der innerkoreanischen Grenze an, die bereits jetzt die am stärksten bewachte der Welt ist.

Nordkorea verschärft Rhetorik

Am Sonntag wollen Südkorea und die USA gemeinsam ein Militärmanöver nahe der koreanischen Seegrenze abhalten. Zu dem amerikanisch-südkoreanischen Manöver wird auch der atomgetriebene Flugzeugträger «USS George Washington» im Gelben Meer erwartet. Die Übung findet nur rund 110 Kilometer südlich der beschossenen Insel statt.

Nordkorea warnte den Süden und die USA am Freitag abermals in martialischen Worten vor der angekündigten gemeinsamen Militärübung. Das See- und Luftmanöver der «amerikanischen Imperialisten und ihrer südkoreanischen kriegstreiberischen Marionette» werde die koreanische Halbinsel «an den Rande des Krieges» bringen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA aus einer offiziellen Erklärung.

Neuer Verteidigungsminister ernannt

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak ernannte unterdessen den früheren Generalstabschef Kim Kwan Jin zum neuen Verteidigungsminister. Der 61-Jährige Kim ersetzt den bisherigen Ressortchef Kim Tae Young, der am Donnerstag nach zunehmender Kritik an der militärischen Reaktion auf den Angriff zurückgetreten war.

Der designierte Minister gelte als «typischer Soldat», der sich durch starke Führungskraft auszeichne, sagte ein Sprecher Lees. Südkoreanische Medien hatten zuvor fälschlicherweise berichtet, der Präsident habe seinen sicherheitspolitischen Berater Lee Hee Won auf den Posten des Verteidigungsministers berufen.

Südkoreanische Parlamentarier und Kommentatoren hatten der Militärführung vorgeworfen, zu spät und zu lasch auf den Granatenbeschuss vom Dienstag reagiert zu haben. Bei einer neuerlichen Attacke Nordkoreas müsse Südkorea mit Härte reagieren, wurde in den Medien gefordert.

Humanitäre Hilfe gestoppt

Der UNO-Menschenrechtsgesandte für Nordkorea, Marzuki Darusman, warnte das Land vor einer weiteren Isolation. In Zeiten, in denen Nordkorea angesichts der Menschenrechtslage und der humanitären Bedürfnisse im Lande die Hilfe der internationalen Gemeinschaft brauche, sei dies ein Fehler, sagte Darusman in Seoul. Dort war er zu seinem ersten Besuch seit seinem Amtsantritt.

Eine Einreiseerlaubnis für Nordkorea hatte Darusman nicht erhalten. Er betonte, dass Südkorea nach den schweren Überschwemmungen im Norden 5000 Tonnen Reis und 250'000 Säcke Zement angeboten habe. Nach dem Angriff vom Dienstag wurde jedoch alle humanitäre Hilfe bis auf weiteres gestoppt.

AFP/pbe

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