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Marschieren mit Ball

Weil die Staatsführung es so will, setzt China alles daran, die führenden Fussballnationen einzuholen – um dann endlich Weltmeister zu werden. (Teil 2)

Früh übt sich, wer Weltmeister werden will: Kinder bei Fussballübungen in einer chinesischen Schule.
Früh übt sich, wer Weltmeister werden will: Kinder bei Fussballübungen in einer chinesischen Schule.

Gao Fengwen ist 76 Jahre alt, er war Captain der Nationalmannschaft von 1965 bis 1973 und Nationaltrainer nach 1986. In den 1990er-Jahren gründete er in seiner Heimatstadt Shenyang die erste private Fussballschule des Landes, eine Schule, aus der viele Nationalspieler hervorgingen. Aber nach den Korruptionsskandalen ging es abwärts. Bis zum Jahr 2000 zählte Chinas Fussballverband 610'000 registrierte jugendliche Fussballer im Land. Fünf Jahre später waren es nur mehr 180'000. Und 2010 bloss noch 7000. Vor sechs Jahren machte Gao Fengwen seine Schule dicht. Jetzt ist sie ein Altersheim. «Aus unseren Fussballplätzen haben sie Äcker gemacht», sagt Gao. «Sie pflanzen dort jetzt Biogemüse an.» Er zuckt mit den Achseln. Dann öffnen sich seine Augen weit. «Aber jetzt!» Der Parteichef, der neue Plan: «Das gab es noch nie. Und wir haben Geld. Wie viele chinesische Unternehmen sind im Moment auf der Forbes-Liste der 500 weltweit grössten?» 95. «Sehen Sie! Jetzt sind wir dran.»

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