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Mit Youtube gegen Flüchtlinge – Migrationspolitik à la Down Under

Australien versucht, die illegale Einwanderung einzudämmen. Dieses Ziel soll durch Abschreckung erreicht werden. Und dafür will die Regierung ein Video ins Netz stellen.

Oft mit schwachen Holzbooten unterwegs: Flüchtlinge, deren Boot auf dem Weg zu den Weihnachtsinseln gesunken ist. (Archivbild)
Oft mit schwachen Holzbooten unterwegs: Flüchtlinge, deren Boot auf dem Weg zu den Weihnachtsinseln gesunken ist. (Archivbild)
Reuters

Australiens Einwanderungsminister Chris Brown nennte es eine «starke Botschaft an die Menschenschmuggler und deren Kunden». Gemeint ist der jüngste Plan der Regierung, die Ausschaffung von Flüchtlingen nach Malaysia zu filmen und die Videos auf Youtube zu stellen.

Mit dem Vorgehen versucht Australien einmal mehr, der illegalen Einwanderung Herr zu werden, wie der «Telegraph» berichtet. Die Methode ist Teil eines Abkommens mit Malaysia, welches den Austausch von Asylbewerbern vorsieht. Dabei soll lediglich eine erste Gruppe bei der Ausschaffung gefilmt werden.

Mehr als 50 Ertrunkene

Laut der Zeitung sieht der Deal mit Malaysia vor, dass Australien in den kommenden vier Jahren 800 Flüchtlinge nach Kuala Lumpur verfrachtet. Im Gegenzug übernimmt das Land 4000 anerkannte Flüchtlinge aus Malaysia.

Der Film auf Youtube soll all jenen, die eine illegale Einwanderung nach Australien in Betracht ziehen, zeigen, dass sie früher oder später in Malaysia landen werden, sagte Chris Brown gemäss des «Telegraph» weiter.

Schlepper-Industrie umgehen

«Wir wissen, dass die Schlepper lügen. Den Flüchtlingen erzählen sie, dass ihnen so etwas nicht passieren wird. Schlicht und einfach, weil sie an den verzweifelten Menschen Geld verdienen wollen.» Der Einwanderungsminister ist laut der Zeitung davon überzeugt, dass das Video und die anschliessende Mund-zu-Mund-Propaganda die prekäre Situation für viele der Flüchtlinge ändern wird.

Alleine im vergangenen Jahr starben laut «Telegraph» über 50 Asylsuchende vor der Küste der Weihnachtsinseln, weil ihre schwachen Holzboote der rauen See nicht standhielten.

Kritik von Seiten des UNHCR

Die Australische Regierung versuchte bereits zuvor, mit YouTube-Videos gegen den Menschenschmuggel vorzugehen. Jedoch arbeitete man bisher nur mit inszenierten Filmen.

Das Austauschabkommen mit Malasyia stösst bei Menschenrechtlern auf Kritik. Wie der australische UNHCR-Beauftragte Rick Towle gegenüber dem «Telegraph» sagte, fühle man sich bei der Abschiebung unwohl, zumal Malaysia Flüchtlinge oft schlecht behandle. Das Land hat bis heute die Flüchtlingskonvention der UNO nicht unterzeichnet.

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