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Nato tötet versehentlich Frauen und Kinder

Bei einem Nato-Luftschlag in Afghanistan sollen 14 Frauen und Kinder ums Leben gekommen sein. Hamid Karzai reagiert mit einer Einschränkung der Militäroperation.

Bei einem Luftangriff der Nato sind im Südwesten von Afghanistan 14 Frauen und Kinder ums Leben gekommen. Das sagte heute der Sprecher der Provinzregierung in Helmand, Dawud Ahmadi. Der Angriff am Samstagabend im Bezirk Nawsad habe Aufständischen gegolten, die am Vortag einen örtlichen US-Militärstützpunkt attackiert hätten, erklärte Ahmadi weiter.

Stattdessen seien jedoch versehentlich zwei Wohnhäuser getroffen worden. Bei den Toten handelte es sich seinen Angaben zufolge um zwei Frauen, fünf Mädchen und sieben Jungen.

Nato-Sprecher Tim James erklärte, das Militärbündnis und afghanische Soldaten untersuchten den Ort des Angriffs und wollten später weitere Informationen veröffentlichen. Zu dem Luftangriff machte er keine Angaben.

Weniger Bewegungsfreiraum für Nato-Truppen

Unterdessen ordnete der afghanische Präsident Hamid Karzai an, dass besondere Operationen und nächtliche Militäraktionen künftig nur von afghanischen Truppen und nicht von Nato-Streitkräften ausgeführt werden dürfen. Ausserdem muss die Allianz ihre Operationen künftig mit den afghanischen Behörden absprechen.

Mit dem Vorstoss will Karzai die Empörung der afghanischen Bevölkerung über tödliche Angriffe besänftigen, die nach Darstellung vieler Bewohner zivile Opfer fordern oder mit Misshandlungen und der Gefangenschaft von Unbeteiligten enden.

Zunächst blieb unklar, ob sich die Anweisungen Karsais auf die Afghanistan-Mission der Nato auswirken könnten. Die Nato hat ihre nächtlichen Angriffe als alternativlos verteidigt und erklärt, auf diese Weise Aufständische in ihren Verstecken aufzuspüren.

dapd/mrs

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