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Nordkorea entlässt US-Bürger aus Haft

Der US-Amerikaner Eddie Jun wurde nach sechs Monaten Haft in Nordkorea freigelassen. Die Behörden warfen ihm vor, für das Christentum missioniert zu haben.

Nach sechs Monaten Haft hat Nordkorea einen US-Bürger freigelassen. Der Amerikaner Eddie Jun, dem die nordkoreanischen Behörden Medienberichten zufolge Missionierung vorwarfen, wurde heute von einem US-Sondergesandten nach Peking gebracht und reiste von dort weiter nach Seoul. Jun werde innerhalb der nächsten Tage zu seiner Familie in die USA fliegen, sagte der US-Beauftragte für Menschenrechte in Nordkorea, Robert King. Jun trat nicht vor die Presse.

King war Anfang der Woche mit einem Expertenteam nach Pyongyang gereist, um sich ein genaueres Bild von der jüngsten Lebensmittelknappheit in dem Land zu machen. Er habe dreieinhalb Tage lang Verhandlungen mit Beamten des nordkoreanischen Aussenministeriums geführt, sagte King. Wie lange dabei über Jun diskutiert wurde, sagte er nicht. King wies aber Spekulationen zurück, die USA hätten Nordkorea Lebensmittelhilfe im Tausch gegen Juns Freilassung geboten.

King soll Bedauern geäussert haben

Jun ist koreanisch-amerikanischer Herkunft. Er war im November in Nordkorea festgenommen worden. Einem Bericht der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zufolge warfen die Behörden Jun vor, ein schwerwiegendes Verbrechen begangen zu haben. Details zu den Vorwürfen gegen den Amerikaner nannte Pyongyang nicht. Südkoreanische Medien berichteten aber, Jun sei beschuldigt worden, das Christentum zu verbreiten.

KCNA hatte am Freitag berichtet, Nordkorea werde Jun freilassen, nachdem King im Namen der US-Regierung Bedauern geäussert und versichert habe, dass man alles tun werde, um zu verhindern, dass sich ein solcher Vorfall wiederhole. Ein Sprecher des US-Aussenministeriums in Washington wollte diese Aussage nicht bestätigen.

dapd/mrs

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