Zum Hauptinhalt springen

Kims neue Rakete soll bis nach Washington fliegen können

Nordkorea hat erneut einen Raketentest durchgeführt. Experten stützen Angaben aus Pyongyang, wonach die Rakete das gesamte Staatsgebiet der USA erreichen könne.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen neuen Raketentyp mit der bisher grössten Reichweite getestet. Bei der am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) abgefeuerten Rakete habe es sich um eine ballistische Interkontinentalrakete mit dem Namen Hwasong-15 gehandelt, erklärte die nordkoreanische Regierung in einer Fernsehansprache. Der Test sei erfolgreich verlaufen. Nordkorea habe eine grosse historische Leistung erbracht, um «die staatliche Atomstreitmacht zu vervollständigen». Das Land habe damit sein «historisches Ziel» erreicht, eine Atommacht zu werden.

Die USA haben alle Länder aufgerufen, ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Pyongyang zu beenden: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un verfolgt den Raketentest vom November. (29. November 2017)
Die USA haben alle Länder aufgerufen, ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Pyongyang zu beenden: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un verfolgt den Raketentest vom November. (29. November 2017)
KCNA, AFP
Start einer Rakete in Pyongyang Ende August 2017. (Archiv)
Start einer Rakete in Pyongyang Ende August 2017. (Archiv)
Keystone
Nordkorea setzt sich immer wieder über UNO-Resolutionen hinweg, welche Tests mit ballistischen Raketen verbieten. (Archivbild)
Nordkorea setzt sich immer wieder über UNO-Resolutionen hinweg, welche Tests mit ballistischen Raketen verbieten. (Archivbild)
KCNA, Keystone
1 / 15

Nach Angaben Japans flog die Rakete 50 Minuten lang und landete nach etwa 1000 Kilometern in der sogenannten Ausschliesslichen Wirtschaftszone des Landes im Japanischen Meer. Das südkoreanische Militär teilte mit, die Rakete habe eine Höhe von 4500 Kilometern erreicht. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde auf rund 400 Kilometer Höhe. Auch US-Verteidigungsminister Jim Mattis bestätigte, dass es sich um eine ballistische Interkontinentalrakete handelte, die höher geflogen sei als frühere Raketen.

Der US-Raketenwissenschaftler David Wright erklärte, wenn die Angaben korrekt seien, hätte die Rakete tatsächlich eine maximale Reichweite von 13'000 Kilometern und könnte somit das gesamte Staatsgebiet der USA erreichen. Unklar bleibt, ob Nordkorea den Wiedereintritt in die Atmosphäre beherrscht und ob das sozialistische Regime die Rakete mit Nuklearwaffen bestücken könnte.

Land treibe Isolation voran

US-Präsident Donald Trump und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe warnten die nordkoreanische Führung, durch die fortgesetzten Raketentests die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. Nach einem Telefonat veröffentlichten die beiden Politiker eine gemeinsame Erklärung. Darin heisst es: «Die Provokationen des nordkoreanischen Regimes untergraben seine eigene Sicherheit und treiben seine Isolation in der internationalen Gemeinschaft voran.»

Trump telefonierte auch mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in. Moon warnte eindringlich vor einer weiteren Eskalation durch Nordkorea oder die USA. «Die Situation könnte ausser Kontrolle geraten», sagte er in Seoul.

Im Juli hatte Nordkorea eine Interkontinentalraketen getestet, die theoretisch auch den US-Bundesstaat Alaska erreichen könnte – nicht aber den Rest der USA. Unterdessen setzte der UNO-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung an. Das Treffen sei auf Bitten der USA, Japans und Südkoreas für Mittwochnachmittag einberufen worden, hiess es von den Vereinten Nationen in New York.

Test lässt Börse kalt

Die Tokioter Börse hat sich am Mittwoch unbeeindruckt von dem jüngsten Raketentest Nordkoreas gezeigt. Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Vormittag um 0,4 Prozent auf 22'573 Punkte.

Der breiter gefasste Topix gewann 0,7 Prozent auf 1784 Zähler. Auftrieb erhielt die Tokioter Börse von der Wall Street. Der designierte US-Notenbankchef Jerome Powell hatte am Dienstag die Rekordjagd an den New Yorker Börsen befeuert. Äusserungen Powells bei einer Senatsanhörung kamen bei den Anlegern gut an.

Bei den japanischen Einzelwerten verteuerten sich die Aktien von Yamaha um mehr als vier Prozent. Der Klavierbauer will bis zu sieben Millionen Aktien zurückkaufen. Der Euro bewegte sich kaum im fernöstlichen Handel zum Dollar. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1843 Dollar. Zum Yen legte die US-Währung leicht auf 111,59 Yen zu. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9847 Franken je Dollar und bei etwa 1,1661 Franken je Euro.

SDA/nag/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch