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Premiere in Hiroshima

Die Gedenkfeier in Hiroshima stand im Zeichen der Hoffnung auf globale Abrüstung. Ein spezieller Gast hatte einen vielbeachteten Auftritt.

Ergriffen: UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon schreitet mit einem Kranz die Gedenkstätte in Hiroshima ab.
Ergriffen: UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon schreitet mit einem Kranz die Gedenkstätte in Hiroshima ab.
Keystone
Ein Zeichen setzen: UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hisst zum Gedenken an die unzähligen Atombomben-Opfer eine Fahne.
Ein Zeichen setzen: UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hisst zum Gedenken an die unzähligen Atombomben-Opfer eine Fahne.
Keystone
Am 6. August 1945 wird die Atombombe vom B-29-Bomber «Enola Gay», unter dem Kommando von Paul Tibbets, über Hiroshima abgeworfen. 140'000 Menschen starben auf der Stelle.
Am 6. August 1945 wird die Atombombe vom B-29-Bomber «Enola Gay», unter dem Kommando von Paul Tibbets, über Hiroshima abgeworfen. 140'000 Menschen starben auf der Stelle.
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Mit einer eindrücklichen Feier gedachten Vertreter aus über 70 Ländern der Atombomben-Abwürfe vom Ausgust 1945. Speziell: Zum ersten Mal besuchte ein US-Botschafter die Zeremonie. John Roos sagte in einer Erklärung, «künftigen Generationen zu Liebe müssen wir daran weiterarbeiten, eine Welt ohne Nuklearwaffen zu verwirklichen». Es müsse sichergestellt werden, dass sich ein solcher Konflikt nie mehr wiederhole.

Ban Ki Moon sagte, er werde eine Abrüstungskonferenz für September nach New York einberufen. Dort werde er auf Verhandlungen über weitere nukleare Abrüstung drängen. Der UNO-Generalsekretär sprach sich erneut für eine Abschaffung von Atomwaffen aus. Eine Welt ohne Massenvernichtungswaffen sei «der einzige vernünftige Weg zu einer sichereren Welt». «Solange Atomwaffen existieren, leben wir unter einem nuklearen Schatten», sagte Ban.

Japan hat «moralische Verantwortung»

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan begrüsste das Kommen von Ban und Roos. Er hoffe, sie würden den Wunsch der Japaner akzeptieren, dass Atomwaffen nie wieder Schaden verursachen. Er versprach, dass Japan aktiv Abrüstungsvorschläge machen werde. Im Kampf gegen Atomwaffen trage Japan als einziges Land, auf das jemals Atombomben abgeworfen worden seien, eine «moralische Verantwortung», sagte Kan.

Der Bürgermeister von Hiroshima forderte in seinem Friedensappell die japanische Regierung dazu auf, auf den atomaren Schutzschild des Sicherheitspartners USA zu verzichten. Japan solle bei der nuklearen Abrüstung eine Vorreiterrolle übernehmen, verlangte er.

US-Präsenz kommt «zu spät»

Haruko Moritaki von der Hiroshima-Allianz zur Abschaffung von Atomwaffen sagte, dass die Anwesenheit der USA «zu spät» komme. Die Vereinigten Staaten seien das einzige Land auf der Welt, das Atombomben abgeworfen habe. Und sie besässen immer noch Nuklearwaffen, kritisierte er.

Die USA hatten am 6. sowie am 9. August 1945 Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Hunderttausende Menschen starben sofort und auch heute sterben immer noch Menschen an den Spätfolgen der Verstrahlung. Seit der letzten Gedenkveranstaltung vor einem Jahr seien mehr als 5500 Menschen an den Folgen gestorben. Die Gesamtzahl der Todesopfer sei auf 269'446 gestiegen, hiess es in japanischen Quellen. Niemals zuvor oder danach wurden Atomwaffen eingesetzt.

1000 Tauben als Friedenssymbol

Die Gedenkveranstaltung begann mit Kranzniederlegungen. Um 8.15 Uhr Ortszeit, der Zeit, in der vor 65 Jahren die Atombombe über Hiroshima abgeworfen wurde, ertönte in Hiroshima die Friedensglocke. Es wurde eine Schweigeminute abgehalten. Später flogen 1000 Tauben als symbolische Geste für den Frieden in den Himmel. An den Gedenkfeierlichkeiten nahmen auch Vertreter der Atommächte Frankreich und Grossbritannien teil.

pbe/sda

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