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Proteste im Jemen – Präsident Abdullah zeigt sich kompromisslos

Nach Tunesien und Ägypten nun auch im Jemen: Tausende Demonstranten fordern mit wilden Protesten den Rücktritt der Regierung. Präsident Abdullah reagierte mit einer aussergewöhnlichen Massnahme.

Demonstranten drohen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mit ihren Dolchen. (16. Februar 2011)
Demonstranten drohen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mit ihren Dolchen. (16. Februar 2011)
Keystone
Im Universitätsviertel von Sanaa prostestieren Studenten gegen den Präsidenten.
Im Universitätsviertel von Sanaa prostestieren Studenten gegen den Präsidenten.
Keystone
Wollen mit einem «demokratischen Wechsel» einen neuen Jemen aufbauen: Studenten beim Protest am 16. Januar.
Wollen mit einem «demokratischen Wechsel» einen neuen Jemen aufbauen: Studenten beim Protest am 16. Januar.
AFP
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In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa haben am Donnerstag tausende Demonstranten einen Regierungswechsel verlangt. Die Demonstranten versammelten sich an vier verschiedenen Orten. Angeführt wurden die Proteste von Mitgliedern der Opposition und Jugendaktivisten.

An der Universität versammelten sich rund 10'000 Menschen, weitere 6000 Demonstranten zogen andernorts durch die Strassen der Stadt. Sondereinsatzkräfte der Polizei und Soldaten postierten sich an wichtigen Punkten der Hauptstadt.

Sprechchöre gegen Ali Abdullah

Die Menschen forderten in Sprechchören die Ablösung von Präsident Ali Abdullah Saleh, bessere Lebensbedingungen, eine Ende der Korruption und der sozialen Ungleichheit. Der jemenitische Präsident hat versucht, die schwelenden Spannungen zu entschärfen, indem er den Sold der Streitkräfte erhöhte.

Ausserdem wies er den Vorwurf von Kritikern als falsch zurück, wonach er seinen Sohn als seinen Nachfolger einsetzen wolle. Nach dem Volksaufstand in Tunesien, der Anfang des Monats zum Sturz von Präsident Ben Ali führte, liess Saleh die Einkommenssteuer um die Hälfte senken und wies seine Regierung an, die Preise zu kontrollieren.

Wichtiger Verbündeter der USA

Für Freitag riefen Oppositionsführer zu weiteren Demonstrationen auf. «Wir werden nur zufrieden sein, wenn wir die Worte 'Ich verstehe euch' vom Präsidenten hören», sagte der unabhängige Parlamentarier Ahmed Haschid. Er bezog sich damit auf eine Äusserung des tunesischen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali kurz vor dessen Flucht aus dem Land.

Präsident Saleh ist ein wichtiger Verbündeter in dem von den USA ausgerufenen weltweiten Kampf gegen den Terrorismus. Er regiert das Land, das mit hoher Arbeitslosigkeit und schwindenden Öl- und Wasserreserven zu kämpfen hat, seit mehr als 30 Jahren. Fast die Hälfte der 23 Millionen Einwohner lebt von weniger als zwei Dollar am Tag, ein Drittel leidet Hunger.

Proteste hatten vor zwei Wochen zum Sturz des tunesischen Präsidenten geführt. Auch in Ägypten gibt es seit Tagen massive Proteste gegen die Regierung.

SDA/mrs

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