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«Sie wollen den Kitzel der Lebensgefahr spüren»

Kriegsberichterstatter Sebastian Junger schildert in einem Buch und einem preisgekrönten Dokumentarfilm, wie sich der Krieg in Afghanistan für jene anfühlt, die ihn austragen.

«Das Ziehen des Abzugs ist für einen Soldaten keine komplizierte moralische Entscheidung»: Sebastian Junger.
«Das Ziehen des Abzugs ist für einen Soldaten keine komplizierte moralische Entscheidung»: Sebastian Junger.
T. Hetherington

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie im Juni 2007 im militärischen Vorposten Restrepo im Nordosten Afghanistans eintrafen?Ich dachte: So siehts also aus am Arsch der Welt. Der militärische Vorposten lag völlig ungeschützt auf einer Bergspitze über dem Konregal-Tal, das damals der am heftigsten umkämpfte Ort Afghanistans war. Es gab keine Elektrizität, kein fliessendes Wasser und keine warmen Mahlzeiten. Restrepo bestand aus einem Munitionslager, einer Schutzmauer und einer Latrine, einem sogenannten «Burn Shitter», der gegen eine Seite hin offen war. Die Soldaten hausten in primitiven Holzhütten, durch die im Winter der Wind eisig pfiff und die sich bei täglich über vierzig Grad im Sommer in wahre Öfen verwandelten.

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