Teheran bestellt europäische Diplomaten ein

Nach dem schweren Anschlag im Iran mit 29 Toten erhebt die Regierung schwere Vorwürfe gegen den Westen.

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Bei einem der schwersten Anschläge im Iran seit Jahren sind am Samstag mindestens 29 Menschen getötet worden. Weitere 57 Menschen seien bei der «terroristischen Attacke» während einer Militärparade verletzt worden, meldete das iranische Staatsfernsehen. Nach dem Anschlag bestellte die iranische Führung in Teheran diplomatische Vertreter dreier europäischer Staaten ein.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna vom Sonntagmorgen waren die Botschafter Dänemarks und der Niederlande sowie der britische Geschäftsträger betroffen. Die iranische Führung habe damit protestiert, «dass die drei Staaten einigen Mitgliedern der Terrorgruppe, die für den Anschlag in Ahwas verantwortlich zeichne, Zuflucht gewährten».

«Es ist nicht akzeptabel, dass die Europäische Union Mitglieder dieser Terrorgruppen nicht auf eine schwarze Liste setzt, solange diese auf europäischem Boden keine Straftaten begehen», wurde Aussenamtssprecher Bahram Qasem zitiert.

Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, verurteilte den Anschlag auf das Schärfste. Er machte dafür eine «Konspiration durch US-gestützte Regimes in der Region» verantwortlich, die im Land Unsicherheit schüren wollten.

In Zuschauermenge geschossen

Bei dem Anschlag wurden am Samstag nach offiziellen Angaben mindestens 29 Menschen getötet. Iranischen Medienberichten zufolge schossen während der Parade in der südwestlichen Stadt Ahwas uniformierte Männer in die Zuschauermenge. Anschliessend hätten die Angreifer versucht, auch auf die Tribüne für offizielle Besucher zu feuern. Daraufhin hätten Sicherheitskräfte zurückgeschossen.

Drei Angreifer seien vor Ort getötet worden, der vierte sei nach der Festnahme seinen Verletzungen erlegen, sagte Militärsprecher Abolfasl Schekartschi. Im Iran wurde am Samstag der «Tag der Streitkräfte» an vielen Orten mit Militärparaden begangen.

Nach Angaben der Agentur Irna sind beim Anschlag in Ahwas nicht nur Soldaten unter den Opfern, sondern auch Zivilisten, unter ihnen Kinder. Viele der fast 60 Verletzten schweben noch in Lebensgefahr.

Sunnitische Separatisten

Bei den Tätern handelt es sich nach Angaben der Revolutionsgarden um vier Mitglieder einer sunnitischen Separatistengruppe namens «Al-Ahwasieh». Die Gruppe hat mittlerweile die Verantwortung für den Angriff übernommen. Laut Teheran wird die Gruppe von Saudiarabien unterstützt. Ihre Mitglieder sollen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sein.

Wenige Stunden nach der Tat bekannte sich dann der IS über sein Sprachrohr Amak zu dem Anschlag. Für die sunnitische Terrormiliz ist der schiitische Iran ein Erzfeind. Vom Iran gesponserte Milizen sind sowohl in Syrien als auch im Irak im Einsatz.

Zunächst bekannte sich niemand zum Attentat. (Video: Tamedia/AFP)

Irans Präsident Hassan Rohani drohte mit einer «vernichtenden Antwort» auf die Attacke, für die seine Regierung die USA mitverantwortlich machte. Rohani verfolgte eine ähnliche Parade in der Hauptstadt Teheran.

Der Anschlag ist der schwerste dieser Art im Iran in den vergangenen Jahren. Im Jahr 2017 hatten IS-Anhänger in der Hauptstadt Teheran das iranische Parlament und das Mausoleum des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini angegriffen. Damals kamen 18 Menschen ums Leben.

Der Anschlagsort Ahwas liegt in der mehrheitlich von Arabern bewohnten Provinz Chusistan an der Grenze zum Irak. In der Region hatte es in früheren Jahren separatistische Bestrebungen gegeben.

oli/sda

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