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Temperatur im Reaktor stieg auf über 90 Grad

Im AKW Fukushima brachte eine defekte Pumpe das Kühlwasser zwischenzeitlich fast zum Kochen. Ein Sturm drohte zudem radioaktives Material in der Umgebung zu verteilen.

Soll die Verteilung von radioaktivem Material verhindern: Arbeiter besprühen das AKW in Fukushima mit einer Hemmsubstanz. (27. Mai 2011)
Soll die Verteilung von radioaktivem Material verhindern: Arbeiter besprühen das AKW in Fukushima mit einer Hemmsubstanz. (27. Mai 2011)
Keystone

Nach dem Ausfall des Kühlsystems ist in einem Reaktor im weitgehend zerstörten japanischen Atomkraftwerk Fukushima die Wassertemperatur zwischenzeitlich stark angestiegen. Nach Angaben der Betreiberfirma Tepco konnte das Problem aber behoben werden.

Wie Tepco mitteilte, waren die Kühlwasserpumpe für den Reaktor 5 und das dortige Abklingbecken für benutzte Brennstäbe betroffen. Die Probleme mit dem Motor der Pumpe seien gestern Abend entdeckt worden. Heute sei bei einer viereinhalbstündigen Reparatur eine neue Pumpe eingesetzt worden. Diese sei nun in Betrieb. Das Wasser im Reaktor hatte Tepco zufolge eine Temperatur von 68 Grad, als die Panne entdeckt wurde. Die Temperatur sei zwischenzeitlich auf 93,7 Grad angestiegen, bis die neuen Kühlpumpe in Gang gesetzt worden sei.

Sorge wegen Songda

Der Taifun Songda brachte der Region um die Kraftwerksruine gestern heftigen Regen. Um eine Verteilung radioaktiv belasteten Materials von der Erdoberfläche durch Wind oder Regen in die Umgebung zu verhindern, liess Tepco über den Reaktoren von Fukushima Kunstharz zur Bindung loser Partikel versprühen.

Songda, der nach Angaben des japanischen Wetterdiensts gestern Windgeschwindigkeiten von bis zu 216 Stundenkilometern erreichte, verlor heute zunehmend an Kraft. Auf der Okinawa-Inselgruppe wurden beim Durchzug des Taifuns nach amtlichen Angaben 57 Menschen verletzt. Bis morgen könnte der Sturm die Hauptstadt Tokio erreichen und in Richtung der rund 200 Kilometer nordöstlich gelegenen Atomanlage Fukushima weiterziehen.

Hohe Radioaktivität auf dem Meeresboden

Auf dem Meeresboden vor Fukushima stellten die Behörden eine stark erhöhte radioaktive Strahlung fest, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Wissenschaftsministerium meldete. Auf einem Gebiet von 300 Kilometern Länge und 50 Kilometern Breite seien im Pazifik an zwölf Stellen Belastungen gemessen worden, die hunderte Male über dem Grenzwert lägen. Die Werte wurden den Angaben zufolge zwischen dem 9. und dem 14. Mai gemessen. Sollten sie auch in Fisch und Meeresfrüchten nachgewiesen werden, hätten sie ein gesundheitsgefährdendes Niveau.

Nach dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem folgenden Tsunami am 11. März war es in Fukushima zur schlimmsten Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren gekommen. Die Kühlsysteme von vier der sechs Reaktoren fielen aus. In den Reaktoren 1, 2, und 3 kam es daraufhin aller Wahrscheinlichkeit nach zu Kernschmelzen. Die Reaktoren 5 und 6 befanden sich zum Zeitpunkt des Erdbebens in Wartung.

SDA/ami

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