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Thailand: Regierungschef lehnt Neuwahlen ab

Schweizer Touristen sitzen noch immer am blockierten Flughafen in Bangkok fest. Der thailändische Regierungschef Somchai Wongsawat hat inzwischen Rücktrittsforderungen zurückgewiesen.

Hoffnung für 62 Schweizer unter den gestrandeten Touristen in Bangkok. Sie dürfen morgen heimkehren.
Hoffnung für 62 Schweizer unter den gestrandeten Touristen in Bangkok. Sie dürfen morgen heimkehren.
Keystone
Betroffen sind Touristen aus aller Welt...
Betroffen sind Touristen aus aller Welt...
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Die Situation spitzt sich im ganzen Land zu: Regierungsgegner und Staatsbeamte oder Regierungsanhänger bekämpfen sich mit immer schärferen Mitteln.
Die Situation spitzt sich im ganzen Land zu: Regierungsgegner und Staatsbeamte oder Regierungsanhänger bekämpfen sich mit immer schärferen Mitteln.
Keystone
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Der Konflikt hat heute erste Todesopfer gefordert: Regierungsanhänger haben einen Demonstranten der Volksallianz PAD erschossen. Der Sohn des Getöteten betreibe in Chiang Mai einen regierungskritischen Radiosender, teilte ein leitender Ermittler der Polizei mit.

Der thailändische Regierungschef Somchai Wongsawat hat inzwischen Neuwahlen abgelehnt. Seine Regierung, die durch Wahlen legitimiert sei, werde weiter im Amt bleiben, erklärte er am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Die Besetzung des internationalen Flughafens von Bangkok durch regierungsfeindliche Demonstranten setzte die thailändischen Behörden unter Zugzwang. Mehrer Tausend Reisende sind dort gestrandet.

Armeechef Anupong Paojinda hatte zuvor von Somchai verlangt, er müsse das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen.

In einer Pattsituation gefangen

Thailand ist derzeit in einer Pattsituation gefangen. Die Opposition fordert seit Wochen den Rücktritt der aktuellen Regierung. Auch die Armee hat sich heute Morgen dieser Forderung angeschlossen, damit die Proteste ein Ende finden. Gleichzeitig appellierte sie an die Oppositionellen, ihre Blockade des Bangkoker Flughafens aufzuheben.

Schweizer Touristen gestrandet

Auch Schweizer Touristen sind von der Blockade des Flughafens in Bangkok betroffen. Acht Reisende von Kuoni, sechs von Hotelplan und weitere sechs von Wettstein sind am internationalen Flughafens Suvarnabhumi in Bangkok gestrandet. Auch M-Travel musste in Bangkok sechs Urlauber in Hotels unterbringen.

Die acht Kunden von Kuoni hätten mit Thai-Airways nach Zürich zurückfliegen sollen, jetzt würden sie vor Ort von der Airline betreut, sagte Andrea Müller, Sprecherin des Reiseveranstalters Kuoni, der Nachrichtenagentur SDA. Wann die Reisenden in die Schweiz zurückfliegen könnten, sei noch nicht klar.

Die zwölf Kunden von Hotelplan und Wettstein hätten Bangkok ebenfalls verlassen sollen, sagte eine Sprecherin der beiden Reiseveranstalter. Sie würden vor Ort betreut und könnten voraussichtlich am Donnerstag in die Schweiz zurückfliegen.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA rät in ihren Reisehinweisen trotz der Blockade nicht von einer Reise nach Thailand ab.

Zahlreiche Touristen benützen für ihre Ferienreisen in das südostasiatische Land Charterflüge. Diese fliegen zumeist andere Flughäfen in der Nähe der Tourismusgebiete an und sind daher nicht von der Blockade betroffen.

Bangkoker Flughafen bald wieder offen

Gemäss Tobias Fischer, Chefverkäufer von Diethelm-Travel in Bangkok, ist Besserung in Sicht: «Um 4 Uhr in der Nacht (22 Uhr MEZ, die Red.) soll der Flughafen wieder geöffnet werden. Ich gehe jedoch davon aus, dass es eher Mittag wird.»

Mit einer erneuten Verschlechterung der Situation rechnet Fischer nicht. «Die Demonstranten wollten ein Exempel statuieren, und dafür bietet sich der Flughafen natürlich an.» Nachdem Premierminister Somchai vom Apec-Gipfel in Lima nach Chiang Mai ausgewichen ist, dürfte sich die Lage am Bangkoker Flughafen entspannen.

Thai Airways will am Freitag wieder fliegen

Die Fluggesellschaft Thai Airways musste wegen der Proteste am Bangkoker Flughafen Suvarnabhumi je zwei Flüge von und nach Zürich annullieren. Pro Flug seien bis zu 250 Passagiere betroffen, hiess es bei der Airline, die hoffte, ab Freitag wieder den normalen Flugbetrieb sicherstellen zu können. Umbuchungen und Annullierungen bis und mit kommendem Sonntag seien gebührenfrei.

Die Swiss, die in der Woche sechs Mal nach Bangkok fliegt, plante, den für heute Abend angesetzten Flug Zürich-Bangkok-Singapur mit neun Stunden Verspätung morgen Donnerstag um 8 Uhr zu starten, wie Airline-Sprecher Jean-Claude Donzel sagte. Die rund 220 Passagiere der voll gebuchten Maschine wurden entsprechend informiert. Auch der für Donnerstag angesetzte Rückflug von Singapur über Bangkok nach Zürich sollte mit neun Stunden Verspätung abgewickelt werden.

Reiseveranstalter versuchen, für die einzelnen Kunden Alternativen zu finden. So werden etwa für diejenigen, die in Bangkok nur einen Zwischenhalt planen, Direktflüge in die Ferienregionen gesucht, wie Kuoni-Sprecherin Andrea Müller sagte. Sie wies darauf hin, dass sich die politischen Unruhen auf Bangkok beschränkten und andere Regionen wie Phuket nicht betroffen seien. «Es ist wichtig, dass sich die Leute nicht zu viele Sorgen machen», sagte Müller.

SDA/oku/cal

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