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Thailands Regierung verhängt Notstand in fünf weiteren Provinzen

Die Regierung in Thailand hat ein Verhandlungsangebot der Protestbewegung abgelehnt. Es gebe keinen Grund für einen Rückzug der Armee.

Es wird scharf geschossen: Ein Fotograf hilft einem verletzten Demonstranten.
Es wird scharf geschossen: Ein Fotograf hilft einem verletzten Demonstranten.
Keystone
Zusammenstösse auch am Sonntag: Demonstranten verbarrikadieren sich in der Innentadt.
Zusammenstösse auch am Sonntag: Demonstranten verbarrikadieren sich in der Innentadt.
Keystone
Rückzug: Die Touristen verlassen eiligst die umkämpften Gebiete in der Innenstadt.
Rückzug: Die Touristen verlassen eiligst die umkämpften Gebiete in der Innenstadt.
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Die thailändische Regierung hat im Kampf gegen eine Ausweitung der Unruhen den Notstand in fünf weiteren Provinzen ausgerufen. Damit solle den Sicherheitskräften die Möglichkeit verschafft werden, Unruhen umgehend unter ihre Kontrolle zu bekommen, sagte eine Sprecherin in Bangkok. Zugleich erklärte die Regierung den Montag und Dienstag zu Ruhetagen. Geschäfte, Schulen und öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Eigentlich hätte am Montag die Schule wieder beginnen sollen.

Der Notstand gilt damit inzwischen ausser für die Hauptstadt für 17 Provinzen, was ungefähr einem Viertel der Verwaltungsbezirke entspricht. Davon liegen die meisten im Nordosten, der als Hochburg der Regierungsgegner gilt.

Pläne für eine Ausgangssperre für Teile Bangkoks hatte die Regierung nach Beratungen mit der Armee vorerst wieder gestoppt. Dies sei noch nicht nötig, sagte eine Sprecherin.

Vertreter der thailändischen Opposition haben derweil Verhandlungen mit der Regierung unter Uno-Vermittlung gefordert. Dies sagte einer der Anführer der Demonstranten, Kokaew Pikulthong, am Sonntag in Bangkok. Zuerst müsse die Regierung aber die Soldaten abziehen.

In Teilen der Hauptstadt demonstrieren Regierungsgegner seit Wochen gegen Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva. Bei Strassenschlachten zwischen den sogenannten Rothemden und der Armee kamen seit Donnerstagabend mindestens 25 Menschen ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt.

Viertel abgeriegelt

Über dem besetzten und abgeriegelten Viertel in der Innenstadt von Bangkok stand am Sonntagmorgen eine Rauchwolke. Das Militär hat alle Zugänge mit Stacheldraht abgesperrt. In der Zone werde scharf geschossen, steht auf Warnschildern. Es ist unklar, was genau in der Zone vor sich geht. Dort haben sich mindestens 8000 Regierungsgegner verbarrikadiert. Die Behörden haben Strom und Wasser abgestellt und lassen keine Nahrungsmittellieferungen mehr durch. Sie wollen die Oppositionelle so zur Aufgabe zwingen.

Die Regierungsgegner - Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra - fordern Neuwahlen. Vermittlungsgespräche mit Ministerpräsident Abhisit waren Mitte der Woche abgebrochen worden. Abhisit hatte der Opposition vorgeworfen, immer wieder neue Forderungen zu stellen und sein Angebot zu vorgezogenen Wahlen zurückgenommen.

SDA/vin

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