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Umstrittene China-Deals des Blackwater-Gründers

Erik Prince, einst Chef der berüchtigten Söldnerfirma, plant ein Trainingscamp in Xinjiang, wo die Uiguren unterdrückt werden.

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Umtriebiger Geschäftsmann: Erik Prince, Chef von Frontier Services Group (FSG) und Bruder von US-Bildungsministerin Betsy DeVos.
Umtriebiger Geschäftsmann: Erik Prince, Chef von Frontier Services Group (FSG) und Bruder von US-Bildungsministerin Betsy DeVos.

Die chinesische Provinz Xin­jiang spielt eine zentrale Rolle in Pekings stra­te­gi­schem Plan ei­ner «neu­en Sei­den­stra­sse». Die Machthaber Chinas haben aber ein Problem mit dem muslimischen Turkvolk der Uiguren, die in Xin­jiang leben. Die Uiguren stehen unter Generalverdacht und werden in die Nähe von Se­pa­ra­tis­mus, Ter­ro­ris­mus und Extre­mis­mus gerückt. Eine Million Muslime befinden sich in Umerziehungslagern.

Xin­jiang steht nun im Fokus der internationalen Medienberichterstattung, weil in der Stadt Tumxuk ein umstrittenes Projekt mit Beteiligung eines umstrittenen Partners realisiert werden soll.

Trainingscamp für Sicherheit und Logistik

Das Sicherheitsunternehmen Frontier Services Group (FSG) von Erik Prince plant ein sogenanntes Trainingscamp für Sicherheits- und Logistikaufgaben. Der 49-jährige Prince hatte einst das berüchtigte US-Söldnerunternehmen Blackwater gegründet. Princes Söldner kämpften in den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Im Irak brachten sie auch Zivilisten um. Blackwater bewegte sich in einer Grauzone und darüber hinaus.

Im Zuge der Vielzahl von Kritiken, Skandalen und Strafverfahren verkaufte der öffentlichkeitsscheue Prince 2010 seine Anteile an Blackwater. Danach war es einige Jahre ruhig um den Blackwater-Gründer. 2014 gründete der Amerikaner gemeinsam mit einer chinesischen Investmentfirma ein neues Unternehmen. FSG hat seinen Hauptsitz in Hongkong und unterhält mehrere Niederlassungen in China.

FSG hilft bei Repression der Uiguren

Im künftigen Trainingscamp in Tumxuk soll nun Personal ausgebildet werden, das in der Krisenregion Xin­jiang die Sicherheit im Zusammenhang mit dem Jahrhundertprojekt der neuen Seidenstrasse gewährleisten soll. Die Provinz Xin­jiang grenzt an Länder wie Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan. Sie ist das Tor nach Zentralasien auf dem Weg nach Europa. Chinas Machthaber wollen offensichtlich Ruhe haben in Xin­jiang. Die Firma von Prince mache sich zur Gehilfin der Repression zulasten der Uiguren, kritisieren Menschenrechtsorganisationen. Wegen der Masseninhaftierung und -umerziehung erwägt der US-Senat Sanktionen gegen China.

FSG hat mit chinesischen Unternehmern bereits mehrere Deals abgeschlossen, für Projekte in Zentralasien oder auch Afrika. FSG stellt chinesischen Unternehmen in unsicheren Regionen Sicherheitsleute zur Verfügung und kümmert sich um logistische Aufgaben. Im Weiteren soll FSG chinesische Polizisten und Soldaten ausgebildet haben.

Treffen mit Kreml-Gesandten im Wahlkampf

FSG-Chef Prince ist ein umtriebiger Unternehmer, der aus reichem Hause kommt. Politisch steht er dem konservativsten Teil der Republikaner nahe. Seine Schwester ist Betsy DeVos, die amtierende Bildungsministerin der US-Regierung. Medienberichten zufolge war Prince als Helfer an der Wahlkampagne von Donald Trump beteiligt gewesen.

Im April 2017 berichtete die «Washington Post», dass sich Prince auf den Seychellen mit einem Gesandten von Russlands Präsidenten Wladimir Putin getroffen hatte. Dabei ging es darum, einen informellen Informationskanal zum Kreml aufzubauen. Ob das tatsächlich realisiert wurde, ist nicht bekannt.

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