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USA verlassen Afghanistan bis 2016

Ende des Jahres soll die internationale Schutztruppe aus Afghanistan abgezogen sein. Gegen 10'000 US-Soldaten bleiben vorerst noch zurück.

Verkündete seine Pläne für Afghanistan: US-Präsident Barack Obama. (27. Mai 2014)
Verkündete seine Pläne für Afghanistan: US-Präsident Barack Obama. (27. Mai 2014)
Reuters

Nach dem Ende ihres Kampfeinsatzes in Afghanistan Ende 2014 wollen die USA noch 9800 Soldaten im Land belassen. Zum Jahresende 2016 würden dann praktisch alle Truppen vom Hindukusch abgezogen, gab US-Präsident Barack Obama am Dienstag bekannt. «Wir müssen erkennen, dass Afghanistan kein perfekter Ort sein wird, und es obliegt nicht Amerikas Verantwortung, dafür zu sorgen.»

Derzeit sind rund 32'000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Den Kampfeinsatz ordnete Obamas Vorgänger George W. Bush einen Monat nach den Terroranschlägen vom 11. September an. Seitdem seien den Truppen bedeutende Schläge gegen die Führung der al-Qaida gelungen, sagte Obama im Rosengarten des Weissen Hauses. Er verwies dazu auf die Ausschaltung von Osama Bin Laden im Nachbarland Pakistan. Zudem sei verhindert worden, dass von afghanischem Boden aus Angriffe auf die USA vorbereitet worden seien.

Obama wartet auf Sicherheitsabkommen

«Jetzt bringen wir den Job zu Ende, den wir begonnen haben», fügte Obama hinzu. Doch Voraussetzung für die Umsetzung des Fahrplans ist, dass die Regierung in Kabul ein bilaterales Sicherheitsabkommen unterzeichnet. Nur dann sollen nach dem Willen Obamas auch nach dem Jahr 2014 einige US-Truppen örtliche Sicherheitskräfte trainieren, Anti-Terror-Operationen ausführen und die in dem 13 Jahre langen Krieg mühsam erzielten Fortschritte schützen.

Der scheidende afghanische Präsident Hamid Karzai sperrt sich zwar gegen eine Unterzeichnung des Pakts. Doch zeigen sich US-Vertreter zuversichtlich, dass einer seiner beiden Nachfolger seine Unterschrift unter das Abkommen setzt.

Tatsächlich begrüssten die zwei Präsidentschaftskandidaten – der frühere Aussenminister Abdullah Abdullah und Exfinanzminister Aschraf Ghani Ahmadsai – die Ankündigung Obamas. Die beiden treten im Juni in einer Stichwahl gegeneinander an.

Nato-Soldaten unterstützen US-Truppen

Nach den Plänen Obamas sollen die 9800 am Hindukusch verbliebenen US-Soldaten im Laufe des kommenden Jahres um die Hälfte reduziert werden. Die Truppen werden demnach in der Hauptstadt Kabul und im Bagram Airfield zusammengezogen, dem Hauptquartier der US-Armee in Afghanistan. Bis Ende 2016 sollen dann weniger als 1000 Soldaten übrig sein, die in einem Sicherheitsbüro in Kabul Dienst tun sollen. Die Truppen werden zudem vermutlich von einigen Tausend Nato-Soldaten unterstützt.

Obama räumte ein, wie komplex sein Abzugsplan sei. «Es ist immer schwieriger, Kriege zu beenden als sie zu beginnen.»

Doch regte sich Kritik an seinem Fahrplan. Die Senatoren John McCain und Lindsay Graham bezeichneten ihn als kurzsichtig und warnten davor, dass er Feinde der USA nur bestärken könnte. «Der Beschluss des Präsidenten, ein beliebiges Datum für den kompletten Abzug der US-Truppen aus Afghanistan festzulegen, ist ein monumentaler Fehler und kommt einem Triumph der Politik über Strategie gleich», erklärten die zwei Republikaner in einer gemeinsamen Stellungnahme.

AP/ldc/chk

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