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US-Zerstörer bezieht Stellung vor Korea

Die USA belassen ein Schiff, das Raketen abfangen kann, in den Gewässern vor Korea. Die Amerikaner sehen aber keinerlei Hinweise auf eine Umsetzung von Nordkoreas Drohungen.

Könnte nordkoreanische Raketen zerstören: Ein russischer Matrose betrachtet die USS Fitzgerald vor Wladiwostok. (1. Oktober 2011)
Könnte nordkoreanische Raketen zerstören: Ein russischer Matrose betrachtet die USS Fitzgerald vor Wladiwostok. (1. Oktober 2011)
Reuters

Angesichts der scharfen Drohungen Nordkoreas belässt die US-Armee den Lenkwaffen-Zerstörer «USS Fitzgerald» in der Nähe des kommunistischen Landes. Wie ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Washington sagte, wurde das Schiff, das wegen des derzeitigen gemeinsamen Militärmanövers der USA mit Südkorea in der Region war, angewiesen, doch nicht in ihren Heimathafen in Japan zurückzukehren.

Stattdessen solle das Schiff, das Raketen abfangen kann, vor der Südwestküste der koreanischen Halbinsel Stellung beziehen. Es handele sich um eine Vorsichtsmassnahme, sagte der US-Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Keine Anzeichen für Mobilisierung

Die US-Regierung sieht nach eigenen Angaben jedoch keine Anzeichen dafür, dass Nordkorea seine militärischen Drohungen gegen Südkorea und die USA tatsächlich in die Tat umsetzen will. «Trotz der scharfen Rhetorik, die wir von Pyongyang hören, sehen wir bei der Aufstellung des nordkoreanischen Militärs keine Veränderungen wie etwa umfangreiche Mobilisierungen und Positionierung von Truppen», sagte der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney, am Montag in Washington.

«Wir haben keine Taten gesehen, die die Rhetorik untermauern», fügte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama hinzu. Er überlasse es den Experten zu beurteilen, warum Äusserungen und Taten der nordkoreanischen Führung voneinander abwichen.

Bewegung in Nordkoreas Innenpolitik

Politisch scheint in Nordkorea einiges in Bewegung. Das Parlament – die Oberste Volksversammlung – trat zusammen und bestellte auf Wunsch von Machthaber Kim Jong Un den Wirtschaftsexperten Pak Pong Ju als neuen Ministerpräsidenten. Pak hatte den Posten schon einmal inne, musste Berichten zufolge aber 2007 wegen interner Zwistigkeiten zurücktreten.

Die Ernennung Paks folgt auf den jüngsten Aufruf von Machthaber Kim, die Wirtschaft des Landes zu stärken. Das Leiden der überwiegend armen Bevölkerung hat dramatische Ausmasse angenommen: Jedes vierte Kind ist chronisch unterernährt, wie eine neue Studie des Amts der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) zeigt. Zwei Drittel der 24 Millionen Bürger leiden unter den Versorgungsengpässen. Hintergrund ist die Abschottungspolitik des seit Jahrzehnten regierenden kommunistischen Regimes.

Zwei F-22 nach Südkorea verlegt

Das kommunistische Nordkorea hatte am Samstag den Kriegszustand mit Südkorea erklärt und mit einem Atomkrieg gedroht. Die beiden Länder befinden sich formal ohnehin im Kriegszustand, der Korea-Krieg endete im Jahr 1953 nur mit einer Waffenruhe.

Auch der Süden verschärfte am Montag seine Rhetorik. Staatspräsidentin Park Geun Hye wies die Armee am Montag an, auf jeden Angriff des Nordens hart zu reagieren und dabei politische Rücksichtnahmen beiseite zu lassen.

Inmitten der wachsenden Spannungen entsandten die USA auch weitere hochmoderne Kampfjets nach Südkorea. Zwei über Tarnkappeneigenschaften verfügende Jets des Typs F-22 Raptor trafen nach Angaben der US-Armee vom Montag tags zuvor in Südkorea ein, um an einem gemeinsamen Manöver teilzunehmen. In der vergangenen Woche hatten die USA zwei Tarnkappenbomber vom Typ B-2 und zwei atomwaffenfähige B-52-Bomber nach Südkorea entsandt.

(AFP/AP)

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