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Weltklimagipfel: Das sind die Positionen der grossen Staaten

Noch ist es ein weiter Weg zu einem Weltklimavertrag – zu verschieden sind die Positionen der wichtigen Treibhausgas-Produzenten. Sie sind kaum zu verbindlichen Zusagen bereit.

Ab 2020 sollen neue Klimamassnahmen greifen: Rauch steigt aus dem Industriegebiet im deutschen Duisburg auf. (Archivbild)
Ab 2020 sollen neue Klimamassnahmen greifen: Rauch steigt aus dem Industriegebiet im deutschen Duisburg auf. (Archivbild)
Keystone

Die jährliche UNO-Klimakonferenz ringt im Emirat Katar um Fortschritte auf dem Weg zu einem Weltklimavertrag. Bis 2015 soll ein solches Abkommen stehen, das ab 2020 greifen und die Erderwärmung bis zum Jahrhundertende auf zwei Grad begrenzen soll. Es zeichnet sich jedoch in den Streitfragen kein Durchbruch ab.

Das sind die Verhandlungspositionen der grossen Treibhausgas-Produzenten:

Europäische Union

Die EU bekennt sich trotz des Auslaufens des Kyoto-Klimavertrages in diesem Jahr zu weiteren Klimazielen. Bis 2020 soll der Ausstoss von Treibhausgas um 20 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. 30 Prozent sind angepeilt, wenn sich andere grosse Staaten selber Ziele setzen. Eine einseitige Erhöhung auf 30 Prozent ist in der EU umstritten.

Die EU wäre bereit, den Kyoto-Vertrag, bei dem sich in erster Linie die Industriestaaten zu Reduktionen verpflichtet hatten, zu verlängern. Dies ist aber wegen des Widerstandes anderer Staaten nicht in Sicht.

China

Der weltgrösste CO2-Produzent lehnt bislang international verbindliche Zusagen ab. Das Land will aber seine Kohlendioxid-Intensität in der Industrie um 40 bis 45 Prozent bis 2020 reduzieren. Das Wirtschaftswachstum würde aber so den Gesamtausstoss weiter erhöhen. China verweist wie Indien auf die Verantwortung der Industriestaaten für das bereits in der Atmosphäre eingelagerte CO2.

Indien

Das Land will die Kohlenstoff-Intensität um 20 bis 25 Prozent reduzieren. Es sperrt sich wie China gegen internationale Zusagen und verweist auf Verantwortung der Industriestaaten.

USA

Die Vereinigten Staaten haben zwar den Kyoto-Vertrag mit ausgehandelt, aber nie ratifiziert. Präsident Barack Obama will die Emissionen bis 2020 um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 senken. Auch dies ist vom Senat noch nicht gebilligt. Die USA erwarten von China und Indien als schnell wachsende Wirtschaften international verbindliche Zusagen. Dies ist seit Jahren der wesentliche Grund für die Blockade bei den Verhandlungen.

Russland

Das Land hat zugesagt, bis 2020 seinen Ausstoss zwischen 15 und 25 Prozent unter dem Niveau von 1990 zu halten. Dies würde aber einen Anstieg gegenüber heute bedeuten. Eine Verlängerung des Kyoto-Abkommens, das von Russland praktisch keine Minderung abverlangt hatte, lehnt das Land als ab.

Japan

Wenn es von anderen Ländern Zusagen gibt, will Japan seinen Ausstoss bis 2020 um 25 Prozent gegenüber 1990 senken. Eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls wird abgelehnt.

Kanada

Kanada war bereits 2011 vom Kyoto-Vertrag zurückgetreten, da es hohe Strafzahlungen vermeiden wollte. Seine Verpflichtungen hätte das Land nicht eingehalten, da es stark auf die Förderung von Ölsanden setzt, was mit einem hohen CO2 verbunden ist.

SDA/rbi

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