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Wenn Putin und Medwedew plötzlich Einigkeit demonstrieren

Das Verhältnis von Dmitri Medwedew und Wladimir Putin schien in letzter Zeit sehr belastet. Im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen präsentieren sich die Politiker wieder als Verbündete.

«Keine grossen Meinungsunterschiede»: Dmitri Medwedew und Wladimir Putin während eines informellen Treffens am 11. Juni im Moskauer Gorki-Park.
«Keine grossen Meinungsunterschiede»: Dmitri Medwedew und Wladimir Putin während eines informellen Treffens am 11. Juni im Moskauer Gorki-Park.
Keystone

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat sein Interesse an einer zweiten Amtszeit bekundet. Eine Kampfkandidatur gegen den derzeitigen Ministerpräsidenten Wladimir Putin schloss er jedoch aus.

Um dem Land nicht zu schaden, wollten Putin und er bei der Präsidentschaftswahl im kommenden März nicht gegeneinander antreten, sagte Medwedew in einem Interview mit der Zeitung «Financial Times». «Wladimir Putin - mein Kollege und alter Kamerad - und ich vertreten weitestgehend dieselben politischen Kräfte.» Deshalb wäre eine Konkurrenz «schädlich».

«Keine grossen Meinungsunterschiede»

Grosse Meinungsunterschiede mit Putin und dessen Kabinett habe er nicht, sagte Medwedew. «Womöglich sehen wir heute die Methoden für die Durchsetzung dieser oder jener Ziele in gewissem Masse unterschiedlich. Ich denke aber, dass dies gut und ein Vorteil ist.»

In den vergangenen Monaten hatte der Präsident den Regierungschef häufiger ungewöhnlich deutlich kritisiert; etwa als Putin den Libyen-Einsatz des Westens einen «Kreuzzug» genannt hatte.

Medwedew und Putin hatten bereits mehrfach erklärt, sie wollten später entscheiden, wer von beiden bei der Präsidentschaftswahl kandidiert. Beobachter schreiben Putin eine grössere Machtfülle zu und gehen davon aus, dass er die Kandidatur für sich reklamiert.

Chodorkowski-Prozess verteidigt

In dem Interview nahm Medwedew zugleich den Prozess gegen den inhaftierten Kremlkritiker Michail Chodorkowski gegen Vorwürfe aus dem Ausland in Schutz. Das als politisch motiviert kritisierte Verfahren sei «kein Fehler» gewesen, sagte Medwedew. «Mir wurde an der Universität beigebracht, ein Gerichtsurteil zu respektieren.»

Chodorkowski, ein Gegner Putins, war unter anderem wegen Betrugs und Öl-Diebstahls zu insgesamt 13 Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Der einst reichste Mann Russlands habe wie jeder andere auch das Recht auf vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung oder Begnadigung, sagte der promovierte Jurist Medwedew.

SDA/mrs

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