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Von Partygängern zu Attentätern

Zwei frühere Weggefährten der Paris-Attentäter spielen Medien ein Video zu, auf dem die Abdeslam-Brüder wild feiern. Alkohol und Frauen gehörten zu ihrem Leben.

Vor etwas mehr als einem Jahr, am 8. Februar 2015, tanzt das Brüderpaar Salah und Brahim Abdeslam in einem angesagten Nachtclub in der Brüsseler Avenue Louise. Ein Video, das von CNN veröffentlicht wurde, zeigt die beiden beim Feiern. Brahim flirtet mit einem blonden Mädchen, Salah tanzt im orangefarbenen Sweatshirt mit seiner Clique.

Nur acht Monate später, am 13. November 2015, sprengt sich Brahim Abdeslam in einem Pariser Café in die Luft. Sein Bruder Salah ist das einzige Mitglied der Terrorzelle, das die Anschläge mit 130 Toten überlebte. Nach monatelanger Flucht wird er am 18. März 2016 gefasst – vier Tage vor den Anschlägen in Brüssel.

«Sie liebten das Leben»

Die beiden Freunde, die CNN das Party-Video zugespielt haben, können die radikale Veränderung der Abdeslam-Brüder nicht begreifen. «Sie waren nette Menschen, sie hatten viel Spass und liebten das Leben», sagt einer der beiden Männer, die anonym bleiben wollen, der CNN-Reporterin.

Salah sei lustig gewesen und immer zu einem Scherz aufgelegt. Er sei gerne ausgegangen und habe ein oder zwei Gläser getrunken, sich aber niemals betrunken. Er habe Mädchen gemocht und sei fast eine Art Frauenheld gewesen. Brahim sei viel intelligenter und besser erzogen gewesen, berichten die Freunde.

«Es fühlte sich wie Familie an»

Im Café Les Béguines, das den Abdeslams gehörte, tranken sie im Bekanntenkreis seit 2011 Alkohol, spielten Karten, rauchten Gras und sahen die Spiele ihres Lieblingsvereins Real Madrid. «Es war ein spassiger Ort. Es fühlte sich wie Familie an», sagt einer der beiden. Mehrere der Paris-Attentäter seien in dem Café ein und aus gegangen. Trotz ihres Wissens sind die beiden Freunde gemäss CNN nie von der belgischen Polizei befragt worden.

Kurz nach der Party am 8. Februar hätten die Brüder aufgehört zu trinken und seien immer religiöser geworden. Die Bekannten wissen nicht, was die Veränderung ausgelöst hat, sie müsse schleichend stattgefunden haben. Brahim habe sich zuvor mit jedem verstanden und habe mit keinem Menschen ein Problem gehabt – egal welcher Herkunft oder Religion er gewesen sei.

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