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Zwei Todesopfer nach Ausschreitungen in Kairo

Ägyptens Militärpolizei ist nach Berichten von Augenzeugen am frühen Samstagmorgen in Kairo brutal gegen Hunderte Demonstranten auf dem Tahrir-Platz vorgegangen.

Aufgeheizte Stimmung: Am 8. April schützten Soldaten die israelische Botschaft in Kairo ...
Aufgeheizte Stimmung: Am 8. April schützten Soldaten die israelische Botschaft in Kairo ...
Keystone

Bei der gewaltsamen Auflösung von Protesten in Kairo sind in der Nacht zum Samstag zwei Demonstranten getötet worden. Mindestens 13 weitere Personen erlitten Verletzungen, bestätigten Spitalärzte in der ägyptischen Hauptstadt. Das Militär war im Anschluss an eine Grosskundgebung auf dem Tahrir-Platz eingeschritten, als mehrere hundert Demonstranten den Platz nicht räumen wollten. Es war zum ersten Mal seit dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak am 11. Februar, dass Menschen bei direkten Zusammenstössen mit Sicherheitskräften ums Leben kamen.

Nach Augenzeugenberichten kam es zu Strassenschlachten, bei denen die Demonstranten Steine, Flaschen und Brandsätze, die Sicherheitskräfte Holzknüppel und Tränengas einsetzten. Die Armee erklärte, Sicherheitskräfte hätten, unterstützt von Bürgern, «Gesetzlose» von dem Platz vertrieben und die in Kairo geltende nächtliche Ausgangssperre durchgesetzt. Dabei habe es keine Opfer gegeben.

Proteste gegen den Verteidigungsminister

Die Demonstranten hatten sich auf Plakaten und in Sprechchören gegen Verteidigungsminister Hussein Tantawi gewandt, der derzeit an der Spitze eines Militärrats das Land regiert. Sie forderten, dass Tantawai gegen Mubarak und seine Söhne vorgeht, besonders gegen Gamal, einen ehemaligen Investmentbanker, der seinem Vater im Amt nachfolgen sollte. «Tantawi, schützt Du Mubarak?» war auf einem Plakat zu lesen. Die Demonstranten stellten auch einen Käfig auf und legten Bilder von Mubarak und seiner Familie hinein.

Mubarak und seine Familie stehen in einem Präsidentenpalast im Badeort Scharm-el-Scheich am Roten Meer unter Hausarrest. Ihr Vermögen ist eingefroren. Bei vielen Menschen wächst aber die Ungeduld, weil immer noch keine Schritte gegen Mubarak und seine Familie unternommen wurden.

dapd/raa

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