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«Genug Blut, genug Tote»

Erneut protestieren Hunderttausende im Jemen gegen Präsident Saleh. Dieser bezeichnet die Demonstranten als Verräter und lässt die Polizei weiter hart eingreifen.

In heftige Kämpfe verwickelt: Soldaten des jemenitischen Regimes in der Hauptstadt Sanaa. (11. Juni 2011)
In heftige Kämpfe verwickelt: Soldaten des jemenitischen Regimes in der Hauptstadt Sanaa. (11. Juni 2011)
Keystone
Angespannte Lage: Regierungskritische Demonstranten blockieren in der Hauptstadt Sanaa ganze Quartiere. (4. Juni)
Angespannte Lage: Regierungskritische Demonstranten blockieren in der Hauptstadt Sanaa ganze Quartiere. (4. Juni)
Keystone
Tausende Jemeniten sind zurzeit auf der Strasse und fordern bessere Bedingungen in ihrem Land: Proteste am 27. Januar 2011.
Tausende Jemeniten sind zurzeit auf der Strasse und fordern bessere Bedingungen in ihrem Land: Proteste am 27. Januar 2011.
AFP
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Hunderttausende Menschen sind in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa auf die Strasse gegangen, um die Toten der Proteste gegen Präsident Ali Abdullah Saleh zu betrauern und ihn zum Rücktritt aufzufordern. In der Hafenstadt Hodeida feuerten Polizisten in Zivil auf Demonstranten und verletzten dabei nach Zeugenaussagen fünf Menschen.

In Sanaa rief ein Imam bei der grössten Demonstration seit Beginn der Proteste im Rahmen einer Gebetsstunde die Namen der Toten aus. «Genug Blut, genug Tote, gehen Sie einfach, gehen Sie, gehen Sie», sagte der Imam während seiner Predigt in Richtung Saleh. «Sie müssen sich den Forderungen der Bevölkerung beugen.»

«Freitag der Märtyrer»

Bei einer Ansprache an seine Anhänger vor dem Präsidentenpalast bezeichnete Saleh die Demonstranten als «Verräter und Agenten» und rief mit ihnen in Sprechchören «Ja zu konstitutioneller Rechtmässigkeit, Nein zu Staatsstreichen».

In Erinnerung an die mehr als 140 bei Protesten gegen das Regime von Präsident Ali Abdullah Saleh getöteten Menschen hatten Vertreter der Opposition und einflussreicher Jugendgruppen zuvor gemeinsam zu einem «Freitag der Märtyrer» mit zwei Millionen Teilnehmern aufgerufen.

Allein in den vergangenen Tagen waren bei Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern im Jemen mindestens 15 Menschen getötet worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte daraufhin einen besseren Schutz von Zivilpersonen. Die Behörden müssten ihrer Verantwortung und den Verpflichtungen internationaler Menschenrechte nachkommen, erklärte Ban am Donnerstag in New York.

dapd/kpn

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