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Nato verhindert Verminung des Hafens von Misrata

In Libyen haben sich in Misrata Rebellen und Regierungstruppen erneut schwere Kämpfe geliefert. Offenbar versuchten die Truppen Ghadhafis, den Hafen zu verminen.

Nach dem Bombardement beim Flughafen von Misrata kam es zu Schusswechseln mit automatischen Waffen. Nachdem die Truppen von Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi am Montag aus Misrata vertrieben worden waren, war es in den Vororten der Rebellenhochburg zu weiteren Kämpfen gekommen.

Nur das Gebiet um den Flughafen wird derzeit noch von den Regierungstruppen kontrolliert. An den anderen Zugängen zur Stadt wurden die Ghadhafi-Truppen nach Angaben der Aufständischen mit Unterstützung durch die Nato-Luftangriffe auf 20 bis 30 Kilometer zurückgedrängt.

Die Nato hat gleichentags den Versuch des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi unterbunden, den Hafen von Misrata verminen zu lassen. Am Morgen seien mehrere Schiffe beim Versuch abgefangen worden, Minen vor dem Hafen zu deponieren, teilte die Nato mit. Spezialisten der Allianz seien dabei, die Minen zu entfernen, sagte der britische Brigadegeneral Robert Weighill.

Tunesische Stadt unter Beschuss

Gefechte wurden auch aus dem Grenzgebiet zu Libyen gemeldet. Dabei sollen Ghadhafi-Einheiten die tunesische Grenzstadt Dehiba angegriffen haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugen berichtete.

Dehiba wurde demnach von Ghadhafi-treuen Einheiten unter Beschuss genommen. Im Zentrum der Stadt sei es zudem zu heftigen Gefechten zwischen Ghadhafi-Truppen und libyschen Aufständischen gekommen, berichteten Anwohner.

Die Nachrichtenagentur AP meldete unter Berufung auf die tunesische Staatsagentur TAP, bei den Gefechten in Dehiba seien mindestens 20 Menschen getötet worden, die meisten davon Flüchtlinge. TAP zufolge sind binnen zwei Tagen rund 5000 Menschen aus Libyen über die Grenze geflüchtet. Gemäss Reuters war auch mindestens eine Tunesierin unter den Toten.

Tunesien protestiert

Tunesien protestierte heftig gegen die Grenzverletzungen durch die Truppen Ghadhafis. In einer Erklärung beklagte das Aussenministerium in Tunis am Donnerstagabend eine «Verletzung der territorialen tunesischen Integrität».

Bereits am Donnerstag hatten sich die Kämpfe zwischen den Ghadhafi-Truppen und Rebellen ins libysch-tunesische Grenzgebiet ausgeweitet. Die Aufständischen hätten den Grenzposten Wasin nach einem Angriff der Gegenseite nicht mehr halten können, berichtete ein tunesischer Flüchtlingshelfer. Die Grenze verläuft zwischen Wasin und Dehiba.

Regierungstruppen hatten in der westlichen Bergregion des nordafrikanischen Landes nach Rebellenangaben zudem die Stadt Sintan mit Raketen beschossen. Rund 80 Raketen seien auf die Stadt abgefeuert worden, sagte ein Rebellensprecher.

AFP/pbe

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