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«Das japanische Volk leidet unter Selbstzufriedenheit»

Der renommierte Japanologe und Buchautor Alex Kerr über fehlende Kritikfähigkeit, eine allmächtige Bürokratie, Versäumnisse in der Energiepolitik und den «Bau-Staat» Japan.

Unbeirrbarer Glaube an Technologie: Japanische Manager bei einer Ausstellung des Elektronik-Konzerns Toshiba in Tokio.
Unbeirrbarer Glaube an Technologie: Japanische Manager bei einer Ausstellung des Elektronik-Konzerns Toshiba in Tokio.
Keystone

Die meisten Kommentatoren waren sich nach dem Erdbeben und dem Tsunami schnell einig: Die Wirtschaftsmacht Japan verkraftet diese Tragödie. Einige Stimmen meinten gar, die Katastrophe stärke das Inselreich und werde es aus seiner durch eine über zehnjährige Deflation verursachten Lethargie reissen.

Der amerikanische Japanologe und Verfasser von zwei Standardwerken zum Abstieg der japanischen Wirtschaftsmacht, Alex Kerr, ist skeptisch, was den Reformwillen der Japaner angeht. Er beklagt im Interview, das er von Kyoto aus «Finanz und Wirtschaft» per Telefon gab, die japanische Befehlsempfängermentalität und Selbstzufriedenheit. Bestehendes werde kaum hinterfragt. Kerr bedauert, dass die Baulobby Japan nach wie vor im Griff habe, moderne Dienstleistungsunternehmen und Entrepreneurs es dagegen schwer hätten.

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