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«Die Kritik wird noch kommen»

Der Zürcher Japanologe David Chiavacci erklärt, weshalb die Japaner ihrer Regierung trotz allem noch vertrauen. Den Auftritt des Kaisers deutet er als Zeichen für den Ernst der Lage.

«Breitet sich die Radioaktivität nicht allzu weit aus, werden die versehrten Gebiete relativ schnell wieder aufgebaut werden», sagt der Japanologe. Erdbebenopfer wärmen sich in Otsuchi an einem Feuer.
«Breitet sich die Radioaktivität nicht allzu weit aus, werden die versehrten Gebiete relativ schnell wieder aufgebaut werden», sagt der Japanologe. Erdbebenopfer wärmen sich in Otsuchi an einem Feuer.
Reuters

Der Kaiser hat sich zu Wort gemeldet.Wie beurteilen Sie den Auftritt?

Die Position des Tenno verlangt, dass ein solcher Auftritt von Premier und Kabinett abgesegnet wird. Man versucht, den Kaiser aus der Politik herauszuhalten wegen der Erfahrung im Zweiten Weltkrieg. Seither hat er nur noch eine repräsentative Funktion. Umso mehr ist es eine Ausnahme, dass man ihn am Fernsehen reden lässt. Und das ist ein Zeichen, wie ernst die Situation ist. Nach dem Beben von Kobe 1995 hatte die Kaiserfamilie die Opfer besucht. Das ist nun noch eine Steigerung.

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