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Schweizer Ex-Geisel im japanischen Krisengebiet

Das Schicksal meint es manchmal gar nicht gut: Unter den Schweizern, die in Japan leben, ist auch Max Göldi, der in Libyen festgehalten wurde. Das EDA bereitet sich auf die Evakuierung von fast 2000 Schweizern vor.

Zwei Jahre dauerte das Martyrium von Max Göldi in Libyen, wo er und Rachid Hamdani Geiseln des Ghadhafi-Regimes waren. Nach der Freilassung im Juni 2010 erholte sich der ABB-Ingenieur mehr als ein halbes Jahr. Inzwischen lebt er in der japanischen Hauptstadt, wo er Anfang Januar einen neuen Job antrat. Für Göldi, der weiterhin für den Elektrotechnikkonzern ABB arbeitet, ist Japan eine zweite Heimat, denn von dort stammt seine Frau Yasuko. «Das ist ein Glücksfall», kommentierte damals eine Schwägerin Göldis dessen neuen Job gegenüber der Zeitung «Sonntag». Er freue sich sehr auf Japan.

Göldis Glück war aber nicht von langer Dauer. Nach dem schweren Erdbeben vom letzten Freitag und der Havarie im AKW Fukushima droht Japan eine atomare Katastrophe. Göldi hält sich weiterhin in der Krisenregion auf, wie die Zeitung «Le Temps» berichtet. Die Ex-Geisel sei einer von drei Angestellten, die die ABB nach Japan entsandt habe. Gemäss der Medienstelle von ABB ist eine Rückkehr in die Schweiz noch kein Thema.

Swiss fliegt mit angepasstem Flugplan nach Tokio

Max Göldi gehört zu den rund 1890 Schweizer Bürgern, die bei der Schweizer Botschaft in Tokio gemeldet sind. Das EDA, das sich beunruhigt über die Entwicklungen in Japan zeigt, hat bereits den über 100 Schweizern, die sich im Nordosten Japans aufhalten, die Ausreise empfohlen. Von dieser Ausreiseempfehlung haben alle übrigen in Japan lebenden Schweizer via E-Mail der Botschaft in Tokio Kenntnis erhalten. Wer in Japan bleiben will, kann auf der Botschaft Jodtabletten beziehen. Für die Schweizer, die das Land ganz verlassen wollten, gebe es noch genug Flüge, liess das EDA am Mittwochnachmittag verlauten. Nötigenfalls werde man Charter-Flüge organisieren.

Das EDA rät weiterhin von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Japan ab. Trotzdem sind die Flüge der Swiss nach Tokio immer noch gut gebucht, wie die «Basler Zeitung» berichtet. Im Gegensatz zu immer mehr Fluggesellschaften, etwa dem Mutterkonzern Lufthansa, fliegt Swiss die japanische Hauptstadt immer noch an – allerdings mit einem angepassten Flugplan mit Zwischenstopp in Hongkong. In Tokio selbst bleibt die Maschine nur 90 Minuten am Boden. Das Gebiet des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima wird von der Swiss nicht überflogen.

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