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Russland gibt Westen Teilschuld an Konflikt

Wer trotz Warnungen aus Europa bei der Militarisierung Georgiens unter Präsident Michail Saakaschwili geholfen habe, «sollte sich nun verantwortlich fühlen,» sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow.

Dies sagte Lawrow am Samstag in einer Telefonkonferenz mit westlichen Journalisten, ohne jedoch die USA direkt beim Namen zu nennen. Lawrow warf dem Westen vor, die Militarisierung der früheren Sowjetrepublik mit Waffen und Ausbildern betrieben zu haben.

Die USA haben die Regierung Saakaschwili mit massiver Miliärhilfe unterstützt. Zudem sind rund 1000 US-Soldaten in Georgien stationiert.

Beobachter glauben, dass Saakaschwili Südossetien wieder unter georgische Kontrolle bringen will, solange in den USA noch die ihm gewogene Regierung von Präsident George W. Bush an der Macht ist. Bushs Amtszeit läuft Ende Jahr aus.

EU und OSZE warnten

Lawrow sagte, dass die Europäische Union und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) immer wieder vor einer Aufrüstung in Georgien gewarnt hätten. Der Aussenminister sieht Russlands Position weiter als «Beschützer unserer Bevölkerung in Südossetien». 90 Prozent der Einwohner dort haben russische Pässe.

Angesichts von Meldungen über russische Angriffe auf georgische Ziele sagte Lawrow, dass es von Militärstützpunkten in Georgien aus keine Angriffe auf Südossetien geben dürfe. Georgische Medien hatten berichtet, die Hafenstadt Poti am Schwarzen Meer sei von russischen Bombern komplett zerstört worden.

Der russische Aussenminister warf Saakaschwili vor, Südossetien ohne Grund angegriffen zu haben. Russland könne das «Massaker» an den Osseten nicht zulassen.

Lawrow: Georgien macht «ethnische Säuberungen»

Nach russischer Auffassung will Saakaschwili ein «Georgien nur für Georgier» und organisiere deshalb «ethnische Säuberungen». «Ich bin sicher, er (Saakaschwili) wird wieder eine Niederlage erleiden», sagte Lawrow angesichts der letzten schweren Auseinandersetzungen mit vielen Toten in der Region im Jahr 2004.

Der Minister bezeichnete Saakaschwili als jemanden, der wegen seiner Ausbildung in den USA mit den «Propagandamethoden» des Westens gut vertraut sei. Der georgische Staatschef wisse genau, wie er die öffentliche Meinung im Westen beeinflussen könne.

Georgische Regierungskritiker, die nicht prorussisch sind, werfen Saakaschwili «diktatorische Züge» vor. Lawrow sprach ausserdem von einer «humanitären Katastrophe» in Südossetien. Laut Medienberichten verlassen zehntausende Zivilisten die Region, Russland gewährt diesen Flüchtlingen Asyl.

(SDA)

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