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Er gibt sich links und agiert rechts

Der Jurist Dogu Perincek hat eine Schwäche für Verschwörungstheorien. Im August wurde er zu 30 Jahren Haft verurteilt.

Christiane Schlötzer
Die grosse Kammer des Gerichts spricht das endgültige Urteil: Der Präsident des Europäischen Gerichtshofs, der Luxemburger Dean Spielmann, in Strassburg. (23. April 2015)
Die grosse Kammer des Gerichts spricht das endgültige Urteil: Der Präsident des Europäischen Gerichtshofs, der Luxemburger Dean Spielmann, in Strassburg. (23. April 2015)
Patrick Hertzog, AFP
Er hatte 2005 bei mehreren Reden in der Schweiz den Genozid von 1915 bis 1917 an den Armeniern im Osmanischen Reich als «internationale Lüge» bezeichnet: Der damalige Präsident der türkischen Arbeiterpartei, Dogu Perinçek (hier nach einem Gerichtstermin in Lausanne).
Er hatte 2005 bei mehreren Reden in der Schweiz den Genozid von 1915 bis 1917 an den Armeniern im Osmanischen Reich als «internationale Lüge» bezeichnet: Der damalige Präsident der türkischen Arbeiterpartei, Dogu Perinçek (hier nach einem Gerichtstermin in Lausanne).
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Die Waadtländer Justiz verurteilte ihn dafür wegen Rassendiskriminierung zu einer bedingten Geldstrafe. (Juli 2005 in Lausanne)
Die Waadtländer Justiz verurteilte ihn dafür wegen Rassendiskriminierung zu einer bedingten Geldstrafe. (Juli 2005 in Lausanne)
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Das Bundesgericht bestätigte das Urteil 2007. Es hatte dabei die Ansicht vertreten, dass in Bezug auf die Qualifikation der Ereignisse von 1915 als Völkermord in der Wissenschaft und der Öffentlichkeit ein Konsens bestehe. Fest stehe zudem, dass Perinçek aus rassistischen und nationalistischen Motiven gehandelt habe. (5. März 2007 in Renens)
Das Bundesgericht bestätigte das Urteil 2007. Es hatte dabei die Ansicht vertreten, dass in Bezug auf die Qualifikation der Ereignisse von 1915 als Völkermord in der Wissenschaft und der Öffentlichkeit ein Konsens bestehe. Fest stehe zudem, dass Perinçek aus rassistischen und nationalistischen Motiven gehandelt habe. (5. März 2007 in Renens)
Laurent Gillieron, Keystone
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Dogu Perincek sitzt in einem türkischen Gefängnis, und auch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Strassburg zu seinen Gunsten wird ihm nicht helfen, aus der Zelle wieder herauszukommen. Der 71-Jährige wurde im August von einem Gericht in Silivri bei Istanbul zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Prozess war spektakulär und dauerte fast fünf Jahre. Vor Gericht standen 275  Offiziere und dazu auch Perincek und einige andere schillernde Figuren der extremen nationalistischen türkischen Szene. Bis auf wenige Angeklagte wurden alle unter anderem wegen Verschwörung und Putschplänen gegen die Regierung zu teils drakonischen Haftstrafen verurteilt.

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