Von der Leyen behält Doktortitel

Kein weiterer folgenschwerer Plagiatsfall in Deutschland: Der Verteidigungsministerin wird der Doktortitel nicht aberkannt.

Der Doktortitel ist nicht weg: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Der Doktortitel ist nicht weg: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kann ihren Doktortitel behalten. Das entschied der Senat der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) am Mittwoch nach Prüfung von Plagiatsvorwürfen.

Es seien aber einige Plagiate festgestellt worden, sagte MHH-Präsident Christopher Baum. «Es geht um Fehler, nicht um Fehlverhalten.» Es habe keine Täuschungsabsicht vorgelegen.

Die MHH hatte die Doktorarbeit von der Leyens, die nur 62 Seiten umfasst, ein halbes Jahr lang geprüft. Plagiatsjäger hatten von der Leyen im September schwere Regelverstösse in der 1990 erschienenen Arbeit vorgeworfen. Die CDU-Politikerin streitet die Vorwürfe ab. Sie selbst bat ihre frühere Hochschule um eine Überprüfung der Arbeit.

Die Internetplattform Vroniplag Wiki hatte die Arbeit von der Leyens untersucht. Demnach hat die Ministerin und stellvertretende CDU-Vorsitzende in ihrer medizinischen Doktorarbeit aus dem Jahr 1990 fremde Texte ohne saubere Kennzeichnung übernommen. Zudem seien weitere Fehler gefunden worden.

Von der Leyen hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die medizinische Doktorarbeit aus dem Bereich Frauenheilkunde trägt den Titel: «C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnioninfektionssyndroms bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung».

Über Plagiatsvorwürfe waren in den vergangenen Jahren mehrere Politiker gestürzt, unter anderem die einstige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und der frühere CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. In anderen Fällen wurden die Vorwürfe in Prüfungen durch die jeweiligen Hochschulen entkräftet – so beim heutigen Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und bei Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

spu/AFP

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