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Aktivisten pflanzen 25 Bäume aus Protest

Gegner des Bahnhofprojekts «Stuttgart 21» stürmten am Samstag die Baustelle im Schlossgarten. Bei der Protestaktion verletzten sich drei Personen.

Abgeordnete des Deutschen Bundestags nennen die Schweiz als Beispiel für ein Land, in dem die Volksabstimmung institutionalisiert ist: Proteste gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21.
Abgeordnete des Deutschen Bundestags nennen die Schweiz als Beispiel für ein Land, in dem die Volksabstimmung institutionalisiert ist: Proteste gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21.
Keystone
In einer parlamentarischen Demokratie entscheiden die gewählten Politiker. Das gefällt nicht allen Bürgern: Ein Demonstrant an den Stuttgart-21-Protesten.
In einer parlamentarischen Demokratie entscheiden die gewählten Politiker. Das gefällt nicht allen Bürgern: Ein Demonstrant an den Stuttgart-21-Protesten.
Reuters
Wurde am Freitag, 27. August 2010, von der Polizei aufgelöst: Sitzblockade vor Hauptbahnhof.
Wurde am Freitag, 27. August 2010, von der Polizei aufgelöst: Sitzblockade vor Hauptbahnhof.
Keystone
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Nach einer «Stuttgart-21»-Demonstration haben Gegner des Bahnprojekts am Samstag die Baustelle im Schlossgarten gestürmt und provisorisch rund 25 Bäume gepflanzt.Gemäss der Polizei nahmen an der Aktion 26 Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood und der Initiative Parkschützer teil.

Ihnen droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Bei der Aktion in der baden-württembergischen Hauptstadt wurden ein Aktivist beim Überklettern des Bauzauns sowie zwei Polizisten verletzt.

Die Polizei hatte eine Kette um den Bauzaun gebildet. Hunderte von Teilnehmern der Demonstration, die zwischenzeitlich herbeigeeilt waren, rüttelten daran - er drohte einzustürzen.

Bahn baut weiter

Mit der «symbolischen Aktion» und «Wiedergutmachung» wollten die Parkschützer und Robin Wood erreichen, dass die Arbeiten am Grundwassermanagement für «Stuttgart 21» eingestellt werden. Entgegen der Abmachungen für die Schlichtungsgespräche habe die Bahn ihre Bauarbeiten fortgesetzt.

Der Sprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, sagte: «Spätestens seit gestern ist bekannt, dass die Bahn trotz der laufenden Schlichtungsgespräche wie geplant weiterbaut, dadurch Fakten schafft und sich an keinerlei Zusagen hält.»

Die Parkschützer nehmen nicht an den Schlichtungsgesprächen teil. Am Freitag war die zweite Runde der Gespräche ergebnislos auseinandergegangen.

An der Stelle, wo die Aktivisten die etwa fünf Meter hohen jungen Bäume pflanzten, waren Anfang Oktober die ersten 25 von rund 300 Bäumen gefällt worden. Dagegen hatten sich Tausende von «Stuttgart- 21»- Gegnern aufgelehnt.

Die Polizei ging damals unter anderem mit Pfefferspray und Wasserwerfern gegen die Projekt-Gegner vor. Hunderte Demonstranten und Dutzende Polizisten wurden verletzt.

Am Samstag nahmen an der Demonstration gegen «Stuttgart 21» nach Polizeiangaben mehr als 10'000 Menschen teil, nach Angaben der Veranstalter 33'000.

Mappus bietet «Änderungen» an

Mappus sprach sich vor der Demonstration unter dem Motto «Kultur statt Grössenwahn» in der Zeitung «Hamburger Abendblatt» (Samstag) zwar erneut für den neuen Bahnhof und die Neubaustrecke aus. «Änderungen kann ich mir auch an der Planung des Bahnhofs vorstellen», sagte er zugleich. Er bot den Projekt-Gegnern auch an, das neu entstehende Stadtviertel mitzugestalten.

Beim Projekt soll der Stuttgarter Hauptbahnhof für 4,1 Mrd. Euro von einem Kopf- in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden.

SDA/mrs

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