Anklage gegen Syrer im Fall Chemnitz erhoben

Der Fall des getöteten Daniel H. löste heftige Demonstrationen und Gewalttätigkeiten aus. Einer der beiden Tatverdächtigen ist noch flüchtig.

In Chemnitz kam es nach der Tötung eines Mannes zu zahlreichen Demonstrationen, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten.

In Chemnitz kam es nach der Tötung eines Mannes zu zahlreichen Demonstrationen, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten.

(Bild: Keystone Jens Meyer)

Mehr als vier Monate nach der Tötung eines Mannes in Chemnitz und den nachfolgenden rechten Aufmärschen ist Anklage gegen einen Tatverdächtigen erhoben worden. Dem Syrer Alaa S. werden gemeinschaftlicher Totschlag sowie versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Dienstag mitteilte. Der soll Ende August während eines Streits mit einem Messer auf den 35-jährigen Daniel H. eingestochen haben. H. starb unmittelbar nach der Tat.

Alaa S. sitzt seit Ende August in Untersuchungshaft. Ein weiterer Tatverdächtiger, ein Iraker, ist nach wie vor auf der Flucht. Nach ihm wird seit Monaten mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Auch er soll mit einem Messer auf H. eingestochen haben.

Verurteilungen wegen Hitlergrusses

Das Tötungsdelikt erschütterte die sächsische Stadt. Es kam zu zahlreichen Demonstrationen in Chemnitz, die teilweise in Gewalttätigkeiten mündeten. Auch die rechtsnationalistische Alternative für Deutschland (AfD) zog gemeinsam mit der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und anderen rechten Gruppen durch die Stadt. Mehrere Rechtsradikale wurden in Schnellverfahren wegen Zeigens des Hitlergrusses verurteilt.

Der Vorwurf - auch von Kanzlerin Angela Merkel -, es sei zu Hetzjagden auf Ausländer gekommen, erwies sich aber letztlich als unhaltbar. Der damalige Chef des deutschen Inlandgeheimdienstes BND, Hans-Georg Maassen, der darauf hingewiesen hatte, wurde abgesetzt. Er wird auch als Opfer des aufgeheizten innenpolitischen Klimas gesehen.

sep/sda

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