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Anschlag heizt Wahlkampf an

Nach der Attacke im Pariser Flughafen Orly gehen Ermittler von einem islamistischen Tatmotiv aus. Marine Le Pen wirft der Regierung Versagen vor.

Der Flugbetrieb wurde komplett eingestellt: Polizisten und wartende Fluggäste in Paris Orly. (18. März 2017)
Der Flugbetrieb wurde komplett eingestellt: Polizisten und wartende Fluggäste in Paris Orly. (18. März 2017)
Thibault Camus/AP, Keystone
Ein Polizist begleitet Flughafenmitarbeiter aus der Sperrzone.
Ein Polizist begleitet Flughafenmitarbeiter aus der Sperrzone.
Thibault Camus/AP, Keystone
Orly ist neben Charles-de-Gaulle der zweite internationale Verkehrsflughafen von Paris.
Orly ist neben Charles-de-Gaulle der zweite internationale Verkehrsflughafen von Paris.
Yoan Valat/EPA, Keystone
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Der Flugverkehr in Paris normalisierte sich am Sonntag wieder halbwegs, nachdem er tags zuvor im zweitgrössten Flughafen Orly gänzlich eingestellt worden war. Ein 39-jähriger Franzose tunesischer Herkunft hatte dort eine Militärpatrouille angegriffen und war erschossen worden. Zuvor hatte er im Pariser Vorort Garges-lès-Gonesse in einer Strassenkontrolle einen Polizisten mit einem Pistolenschuss verletzt.

Nicht als Jihadist bekannt

Staatsanwalt François Molins erklärte bei einer Pressekonferenz, der Täter sei der Polizei als «äusserst gewalttätiger» Verbrecher bekannt gewesen und habe mehrere Jahre wegen Diebstahl und Drogenhandel im Gefängnis gesessen. Danach habe er «Zeichen einer Radikalisierung» gezeigt, Hingegen habe er nicht als Jihadist in der sogenannten S-Kartei figuriert.

Präsident François Hollande lobte die Reaktion der involvierten Soldaten. Im Februar hatte eine Patrouille bereits einen Angreifer im Louvre-Museum der Pariser Innenstadt neutralisiert. Seit den schweren Terroranschlägen von 2015 und 2016 pa­trouillieren in ganz Frankreich 7000 Soldaten. Die Regierung hat den Ausnahmezustand bis nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen verlängert.

Ausgehend von der Feststellung, dass Anschläge meist nicht losgelöst von geo- oder innenpolitischen Spannungen stattfinden, sind die Geheimdienste besonders wachsam. Dazu hält sie die Regierung auch aus politischen Gründen an – sie weiss, dass Terroranschläge jeweils den extremistischsten Kandidaten Auftrieb verleihen.

«Im Quasibürgerkrieg»

Der neuste Angriff in Orly führte denn auch sofort zu einem Schlagabtausch mit der Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, die alle Salafisten des Landes verweisen will und am Wochenende erklärte: «Unsere Regierung ist überfordert, verdattert und gelähmt wie der Hase vor den Autoscheinwerfern.»

Der sozialistische Premierminister Bernard Cazeneuve kritisierte den «verbalen Exzess» Le Pens und rief alle Kandidaten auf, «in dieser extrem hohen Bedrohung mehr Würde an den Tag zu legen». Der konservative Kandidat François Fillon erklärte dessen ungeachtet, Frankreich befinde sich «in einer Situation des Quasibürgerkrieges».

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