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Anwalt: Breivik bittet um japanischen Psychiater

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik möchte offenbar von einem japanischen Psychiater untersucht werden. Der Wunsch habe mit dem Ehrbegriff seines Mandanten zu tun, erklärte sein Anwalt.

«Er denkt, dass ihn ein Japaner besser verstehen würde als ein Europäer», sagte Behring Breiviks Anwalt Geir Lippestad heute der norwegischen Zeitung «Dagens Naeringsliv». Zudem habe der Wunsch mit dem «Ehrbegriff» seines Mandanten zu tun.

Das Gericht in Oslo hatte die norwegischen Psychiater Synne Sörheim und Torgeir Husby damit beauftragt, den Geisteszustand des geständigen Attentäters zu untersuchen und über seine Zurechnungsfähigkeit zu entscheiden. Behring Breivik habe ihm nichts darüber gesagt, dass er sich weigere, mit den beiden zu sprechen, sagte Lippestad.

Lippestad ist selbst Mitglied der Arbeiterpartei, gegen deren Politik sich die Anschläge in Oslo und auf Utöya mit 77 Toten am 22. Juli gerichtet hatten. Er hatte seinen Mandaten kurz nach dem Attentat als «verrückt» bezeichnet. Sollte Behring Breivik für unzurechnungsfähig erklärt werden, könne er «nicht in einem Gefängnis bestraft werden». Nach Einschätzung mehrerer Psychiater dürfte er jedoch als zurechnungsfähig eingestuft werden. Dann müsste er seine Strafe im Gefängnis absitzen und würde nicht in die Psychiatrie kommen.

Mit der Polizei telefoniert

Zudem soll Breivik nach eigenen Angaben während des Attentats auf der Insel Utöya mit der Polizei telefoniert haben. Sein Anwalt sagte später, er wisse nicht, ob dies stimme. Mehrere Überlebende des Massakers, bei dem 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer eines Sommerlagers der regierenden Arbeiterpartei getötet worden waren, hatten berichtet, den 32-jährigen Schützen am Telefon gesehen zu haben.

Die Polizei wollte diese Berichte zunächst nicht kommentieren und war zu einer Stellungnahme zu Behring Breiviks jüngsten Äusserungen nicht zu erreichen. Sie hatte zuvor erklärt, dass sämtliche Handys, Kameras und Computer, die auf der Insel gefunden wurden, für die Ermittlungen ausgewertet würden, um den genauen Ablauf des Anschlags nachzeichnen zu können.

AFP/wid

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