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Araber feiern Erdogan

Seit dem tödlichen Zwischenfall im Mittelmeer vor Gaza, hat sich der türkische Premier zu einer Art Wortführer gegen Israel erhoben.

Einer ragt beim Wirtschaftsforum in Istanbul heraus: Recep Tayyip Erdogan sekundiert vom Chef der arabischen Liga Amr Moussa (r.) und dem libanesischen Premier Saad al-Hariri.
Einer ragt beim Wirtschaftsforum in Istanbul heraus: Recep Tayyip Erdogan sekundiert vom Chef der arabischen Liga Amr Moussa (r.) und dem libanesischen Premier Saad al-Hariri.
Reuters

Unter dem Beifall arabischer Teilnehmer hat der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan zur Eröffnung eines Wirtschaftsforums Israel erneut scharf angegriffen. Mehrere Redner stellten sich hinter die Forderung der türkischen Regierung, Israel müsse sich für die blutige Erstürmung einer Schiffsflotte mit Hilfsgütern für den Gazastreifen entschuldigen. Bei der Militäraktion in der vergangenen Woche waren neun Türken ums Leben gekommen. «Werden wir schweigen angesichts der Ermordung von neun Menschen?», fragte Erdogan. «Wir können die Augen nicht verschliessen angesichts dieses Banditentums in internationalen Gewässern. So kann es nicht weitergehen.»

Der Vorsitzende der Arabischen Liga, Amr Mussa, warf Israel fortgesetzte Gräueltaten und Angriffe vor. Das Land habe die Menschenrechte und internationales Recht verletzt. Mussa lobte die Türkei dafür, Israel während der Kommandoaktion auf dem Schiff herausgefordert zu haben. «Das sind auch unsere Märtyrer», sagte er.

Erdogan wies Vorwürfe zurück, sein Land wende sich vom Westen ab. Dies seien böswillige Unterstellungen, mit denen der Aufbau guter Beziehungen zwischen der Türkei und der arabischen Welt gestört werden solle. Der Ministerpräsident betonte gleichzeitig, die Türkei halte an ihrem Aufnahmegesuch in die Europäische Union fest.

Freihandelszone angestrebt

Das türkisch-arabische Wirtschaftsforum dient dem Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen der Türkei und ihren Nachbarn im Nahen Osten und Nordafrika. Erdogan erklärte in seiner Eröffnungsrede: «Wir streben eine Freihandelszone mit den Arabischen Staaten an.» Die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit könnte auch zur Stabilisierung des Nahen Ostens beitragen, erklärte Erdogan.

Die Türkei hat bereits bilaterale Freihandelsabkommen mit Ägypten, Jordanien, Marokko, Syrien, Tunesien und den Palästinensern geschlossen. Mit dem Libanon und Libyen wird nach Angaben Erdogans derzeit verhandelt.

dapd

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