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«Assange hat nicht vor, sich zu stellen»

Er werde die ecuadorianische Botschaft bald verlassen, sagte Julian Assange vor den Medien. Sein Sprecher Kristinn Hrafnsson präzisiert die Äusserungen des Wikileaks-Gründers.

Will die ecuadorianische Botschaft bald verlassen: Julian Assange.
Will die ecuadorianische Botschaft bald verlassen: Julian Assange.
John Stillwell, AFP
Erklärte seinen Standpunkt und meinte: «Ich verlasse die Botschaft bald.» Julian Assange bei der Pressekonferenz in der ecuadorianischen Botschaft. (18. August 2014)
Erklärte seinen Standpunkt und meinte: «Ich verlasse die Botschaft bald.» Julian Assange bei der Pressekonferenz in der ecuadorianischen Botschaft. (18. August 2014)
John Stillwell, Reuters
Assange würde beim Verlassen der Botschaft von der britischen Polizei verhaftet werden: Polizisten stehen vor dem Gebäude Wache. (18. August 2014)
Assange würde beim Verlassen der Botschaft von der britischen Polizei verhaftet werden: Polizisten stehen vor dem Gebäude Wache. (18. August 2014)
Toby Melville, Reuters
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Verwirrung um den vor mehr als zwei Jahren in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchteten Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange: Der von der Justiz gesuchte Australier deutete heute an einer Pressekonferenz vor rund 30 Journalisten an, seinen Zufluchtsort bald verlassen zu wollen. (Zum Nachrichten-Ticker) Der blass wirkende Assange trägt inzwischen Bart und halblange Haare.

Sein Sprecher Kristinn Hrafnsson stellte anschliessend klar, dies werde erst geschehen, sobald die britische Regierung ihm freies Geleit für eine Ausreise nach Ecuador zusichere. Der 43-Jährige hatte sich 2012 vor einer drohenden Auslieferung an Schweden oder die USA in die Botschaft geflüchtet. «Assange hat nicht vor, sich zu stellen», sagte Hrafnsson laut der Journalistin Esther Addley, die bei der Pressekonferenz dabei war.

Grossbritannien lehnt es ab, Assange freies Geleit ausser Landes zu gewähren. Die britische Polizei hatte stets angekündigt, der Australier werde festgenommen, sobald er das Botschaftsgebäude verlasse.

Am Wochenende hatten der britische Nachrichtensender Sky News und andere Medien berichtet, Assange habe Herzrhythmusstörungen, ein chronisches Lungenleiden und gefährlich hohen Blutdruck. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ecuadorianischen Aussenminister Ricardo Patiño erklärte Assange jedoch, er werde die Botschaft nicht aus den kolportierten Gründen verlassen. Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson fügte hinzu, Assange scheine «in ziemlich guter Verfassung» zu sein.

Unveränderte Haltung Londons

Ecuadors Aussenminister Patiño rief zu einer internationalen Kampagne zur «Befreiung» Assanges auf. «Diese Situation muss beendet werden. Zwei Jahre sind einfach zu lang», sagte Patiño. Er liess allerdings durchblicken, dass er keine rasche Lösung des Falls erwarte. Patiño betonte, sein Land werde Assange weiter Schutz gewähren und stehe in Kontakt mit Schweden und Grossbritannien, um eine Lösung zu suchen. Patiño wollte in der Sache unter anderen den neuen britischen Aussenminister Philip Hammond treffen. Ein britischer Aussenministeriumssprecher sagte, die Haltung Londons bleibe unverändert. Die Gesetze müssten befolgt und Assange nach Schweden ausgeliefert werden.

Schweden hat die Auslieferung Assanges beantragt, um ihn zu zwei Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung zu verhören. Nachdem Assange bei der britischen Justiz alle Rechtsmittel gegen das Auslieferungsgesuch ausgeschöpft hatte, war er in die Botschaft geflohen, wo ihm Ecuador «politisches Asyl» gewährte. Die schwedische Justiz lehnt eine Vernehmung per Videoschaltung ab und bestätigte Mitte Juli den Haftbefehl gegen Assange.

In den USA gibt es bisher weder eine Anklage gegen Assange noch ein Auslieferungsgesuch. Wikileaks hatte mit der Veröffentlichung von Geheimdokumenten zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie der Publikation Zehntausender US-Diplomatendepeschen den Zorn Washingtons auf sich gezogen.

AP/AFP/wid

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