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Athen unterliegt im Mazedonien-Namensstreit

Die griechische Regierung blockiert seit Jahren die Aufnahme Mazedoniens in die Nato. Das Land solle zuerst seinen Namen ändern. Nun hat der Internationale Gerichtshof ein Urteil gefällt.

Streit um einen Namen: Mazedoniens Aussenminister Nikola Poposki (2. von links) und der griechische Botschafter Georges Savvaides (3. von rechts) warten im Gerichtshof in Den Haag auf die Urteilsverkündung.
Streit um einen Namen: Mazedoniens Aussenminister Nikola Poposki (2. von links) und der griechische Botschafter Georges Savvaides (3. von rechts) warten im Gerichtshof in Den Haag auf die Urteilsverkündung.
Keystone

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat im Streit um die Blockade der Aufnahme Mazedoniens in die Nato durch die griechische Regierung gegen Athen entschieden. Das Veto Griechenlands habe ein Abkommen von 1995 verletzt, erklärten die Richter am Montag. Darin hatte Athen zugestimmt, die Aufnahme Mazedoniens in internationale Organisationen nicht zu blockieren, wenn Mazedonien den Namen «Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien» benutzt, während in dem Fall weiter verhandelt wird.

Der langjährige Disput um den Namen von Mazedonien wurde durch das Urteil allerdings nicht beigelegt. Die Kritik Athens an der Verwendung des Namens wurde laut, nachdem Mazedonien 1991 seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärt hatte. Das Land umfasst grosse Teile der Region, die zu Lebzeiten Alexander des Grossen im 4. Jahrhundert vor Christus als Mazedonien bekannt war. Griechenland vertritt die Ansicht, die Verwendung des Namens sei aufgrund der ethnischen und kulturellen Veränderungen in der Region heute unsinnig. In Griechenland gibt es heute auch eine Provinz gleichen Namens.

«Endlich ein wenig Gerechtigkeit»

Mazedonien stellte 2008 einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft, den Griechenland blockierte. Das Land wirft Athen auch vor, sich seinen Bemühungen um eine Aufnahme in die EU zu widersetzen. Das griechische Aussenministerium erklärte, das Urteil des Internationalen Gerichtshofs werde an seiner Haltung in der Angelegenheit nichts ändern. Mazedonien müsse «im guten Glauben» an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Der mazedonische Präsident Gjorge Ivanov forderte Griechenland auf, die Entscheidung des Gerichtshofs zu respektieren. Er kündigte an, die Verhandlungen fortzusetzen. Die Mazedonierin Marina Stevcevska äusserte sich zufrieden über die Gerichtsentscheidung. «Endlich ein wenig Gerechtigkeit für Mazedonien!»

SDA/jak

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