Berlin und Paris bauen europäischen Kampfjet

Merkel und Macron haben sich in Paris für eine engere Kooperation ausgesprochen. Unter anderem will man gemeinsam die Kampfjet-Flotten erneuern.

Wollen mehr gemeinsame Sache machen: Merkel und Macron vor dem Elysée-Palast in Paris nach dem Ministerrat.

Wollen mehr gemeinsame Sache machen: Merkel und Macron vor dem Elysée-Palast in Paris nach dem Ministerrat.

(Bild: Keystone Patrick Kovarik)

Deutschland und Frankreich wollen zusammen einen europäischen Kampfjet entwickeln. Dieser solle langfristig die «aktuellen Kampfflugzeug-Flotten» beider Länder ersetzen, teilte der Elysée-Palast in Paris heute nach dem deutsch-französischen Ministerrat mit.

«Unser Wunsch ist es, eine neue Generation gemeinsamer Kampfflugzeuge zu haben», sagte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zum Abschluss des Ministerrats in Paris. «Das ist eine tiefgreifende Revolution. Aber wir haben keine Angst vor Revolutionen.»

Die konkreten Pläne für das Projekt unter deutsch-französischer Führung sollen demnach bis Mitte kommenden Jahres ausgearbeitet werden.

Derzeit verwendet die deutsche Bundeswehr unter anderem den Eurofighter, Frankreich unter anderem die Rafale als Kampfflugzeug. Mit dem europäischen Kampfjet Eurofighter hatte es in der Vergangenheit wiederholt Probleme gegeben. Dieser machte wegen technischer Probleme, etwa wegen Materialmängeln, zuletzt immer wieder Negativschlagzeilen.

Das Eurofighter-Konsortium setzt sich zu 33 Prozent aus der britischen Firma BAE Systems, zu 21 Prozent aus dem italienischen Unternehmen Leonardo und der auf militärische Luftfahrt spezialisierten Airbus-Sparte Airbus Defence and Space zusammen. Über letztere ist Deutschland beim Eurofighter mit 33 Prozent und Spanien mit 13 Prozent beteiligt.

Engere Kooperation der Staaten

Deutschland und Frankreich wollen noch enger kooperieren. Das erklärten Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach dem Treffen in Paris. Nach dem Antritt von Macrons Regierung sei Deutschland bereit, die Zusammenarbeit «mit neuem Elan» zu aktivieren, so Merkel nach dem Ministerrat.

Grundverständnis dabei sei, gemeinsam auch die Europäische Union zu stärken, um den Menschen Sicherheit und wirtschaftliches Fortkommen zu gewährleisten. Merkel nannte etwa Projekte bei der Militärausrüstung, der Digitalwirtschaft und eine stärkere Unterstützung für Afrika. Zu sprechen sei auch über eine mögliche deutsch-französische Unternehmenssteuerreform.

Macron sagte, zusammen mit Deutschland wolle sich Frankreich für ein «schützendes Europa» einsetzen. «Wir verteidigen eine gemeinsame Agenda». Macron griff dabei verschiedene Politikbereiche auf.

So wollten sich beide Länder für einen «freien und gerechten Handel» einsetzen und gegen jede Art von Protektionismus und Dumping kämpfen. Aber auch in Fragen der Migration brauche es ein «schützendes Europa». Er wünsche sich, dass Frankreich sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen «sehr viel freiwilliger und humaner» zeige, sagte Macron.

sep/AFP

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