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Berlusconi liebäugelt mit dem Comeback

Italien soll seinen Präsidenten direkt wählen können, das fordert der Cavaliere. Eine Kandidatur schliesst er nicht aus. Doch er muss mit einem Konkurrenten rechnen: Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo.

Silvio Berlusconi posiert auf Rai 1. (Archivbild)
Silvio Berlusconi posiert auf Rai 1. (Archivbild)
AFP

Der ehemalige italienische Premier Silvio Berlusconi fordert die Direktwahl des Präsidenten in seinem Land. Nach der schmerzhaften Niederlage seiner Partei bei den Bürgermeister-Stichwahlen stellte Berlusconi einen entsprechenden Plan zur Verfassungsreform vor.

Er würde es gerne sehen, wenn das Staatsoberhaupt wie beim französischen Modell mehr Machtbefugnisse als der Ministerpräsident erhalte und zwei Amtszeiten hätte, sagte Berlusconi. Berlusconi sagte, das Land müsse die Zeit bis zu den Parlamentswahlen 2013 nutzen, um sein Wahlrecht zu ändern.

Der 75-jährige Politiker betonte, er werde nicht an den Parlamentswahlen als Spitzenkandidat teilnehmen. Er schloss jedoch nicht aus, dass er seine Kandidatur für das Amt des Staatspräsidenten einreichen könne. «Es gibt Verpflichtungen, denen sich niemand entziehen kann», erklärte er vielsagend.

Die siebenjährige Amtszeit von Staatschef Giorgio Napolitano läuft 2013 aus. Der italienische Präsident wird vom Parlament gewählt. «Ich werde das tun, was meine Partei von mir fordert», sagte Berlusconi, der bis November als Premier amtiert hatte.

Der Chef der Berlusconi-Gruppierung «Volk der Freiheit» (PdL-Popolo della liberta), Angelino Alfano rief die Parteien aus dem Zentrumslager auf, eine gemeinsame Wahlallianz gegen die Linke in Hinblick auf die Parlamentswahlen aufzubauen. «Die italienischen Parteien aller Blöcke müssen sich erneuern», sagte Alfano.

Ferrari-Chef in den Startlöchern

Berlusconi muss mit Konkurrenz rechnen. Der Chef des Sportwagenherstellers Ferrari, Luca Cordero di Montezemolo, hegt konkrete Projekte für seinen Einstieg in die Politik. Seine reformorientierte Bewegung «Italia Futura» könnte an den Parlamentswahlen 2013 teilnehmen. Ziel sei, eine tiefgreifende Erneuerung im Land zu fördern.

Montezemolo hat die Stiftung Italia Futura 2010 gegründet. Schon über Jahre hinweg wird über mögliche Ambitionen des Grossunternehmers spekuliert. Konkret wurden die Gerüchte im vergangenen Jahr, als er «Italia Futura» ins Leben rief und sich damit erstmals gesellschaftspolitisch engagierte.

Montezemolo wirkt als Wählermagnet und könnte mit seiner Initiative starkes Interesse im orientierungslosen Mitte-Rechts- Lager wecken.

dapd/kle

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