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Britische Agenten überwachen Diplomatenhotels

Laut neuen Dokumenten von Edward Snowden überwacht der britische Geheimdienst GCHQ Hotelbuchungen von Diplomaten. So könnten sich die «technischen Abteilungen» auf die Besuche vorbereiten.

Soll auch ein Programm Namens Royal Concierge betreiben: Der Sitz des britischen Abhördienstes Government Communications Headquarters (GCHQ) in Cheltenham. (Undatiertes Handout, am 18. Oktober 2010 veröffentlicht)
Soll auch ein Programm Namens Royal Concierge betreiben: Der Sitz des britischen Abhördienstes Government Communications Headquarters (GCHQ) in Cheltenham. (Undatiertes Handout, am 18. Oktober 2010 veröffentlicht)
Reuters

Der britische Geheimdienst GCHQ überwacht einem Bericht des «Spiegel» zufolge gezielt die Reservierungssysteme von weltweit mehr als 350 Hotels, die häufig von Diplomaten und Regierungsdelegationen gebucht werden.

Durch das als streng geheim eingestufte Programm Royal Concierge («Königlicher Portier») werden die GCHQ-Analysten demnach tagesaktuell über Hotelreservierungen und damit über Reisepläne von Diplomaten und Delegationen informiert.

Zeit für «technische Abteilungen»

Wie «Der Spiegel» heute unter Berufung auf Unterlagen des US-Geheimdienstenthüllers Edward Snowden weiter berichtet, gleicht das Programm die Buchungen automatisiert mit E-Mail-Adressen ab und durchsucht sie gezielt nach bekannten Regierungsadressen,etwa mit den Endungen gov.xx. Die Vorabinformation über die Hotelaufenthalte ermögliche den «technischen Abteilungen» des britischen Dienstes, entsprechende Vorbereitungen. Den Unterlagen zufolge können dazu das Abschöpfen des Zimmertelefons und der dort eingesetzten Computer gehören.

Die Ergebnisse von Royal Concierge könnten auch die Voraussetzungen für Humint-Operationen sein, heisst es in den Dokumenten. Die Abkürzung steht im Geheimdienstjargon für Human Intelligence, also den Einsatz menschlicher Spione. Das GCHQ wollte den Vorgang auf «Spiegel»-Anfrage «weder bestätigen noch dementieren».

AFP/rub

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