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«Brown muss gehen»

Nach den Verlusten der Labour-Partei bei der britischen Parlamentswahl wächst der Druck auf Premierminister Gordon Brown.

«Ein Kontroll-Freak»: Die Kritik aus den eigenen Reihen gegen Premierminister Brown wächst.
«Ein Kontroll-Freak»: Die Kritik aus den eigenen Reihen gegen Premierminister Brown wächst.
Keystone

Zwei frühere Labour-Ministerinnen forderten am Sonntag seinen Rücktritt als Parteichef und Regierungschef. Eine Umfrage für die Zeitung «Sunday Times» zeigte zudem, dass fast zwei Drittel der Briten der Meinung sind, Brown sollte seinen Platz in der Downing Street räumen.

«Ich glaube, dass Brown gehen muss und ich glaube nicht, dass unsere Labour-Partei sich erneuern kann bis wir einen neuen Vorsitzenden haben», sagt die ehemalige Sportministerin Kate Hoey gegenüber «BBC Radio». Hoey war von 1999 bis 2001 unter Browns Amtsvorgänger Tony Blair im Amt.

Die Sozialdemokraten könnten nur ohne Brown eine Erneuerung schaffen. «Ich glaube, tief in ihrem Innern wissen die meisten Labour-Mitglieder, dass der Premierminister bald nicht mehr Gordon Brown heissen wird und dass Brown auch nicht mehr der Chef unserer Partei sein wird», sagte Hoey weiter.

«Er ist ein kompletter Kontroll-Freak»

Die frühere Ministerin für Internationale Entwicklung, Clare Short, bezeichnete Brown in einem Interview des Senders BBC als Hindernis für eine mögliche Koalition von Labour und den Liberaldemokraten. «Er ist ein kompletter Kontroll-Freak, und er wäre der Letzte, der alle an einen Tisch bringen könnte», sagte sie.

Der mögliche Koalitionspartner für beide grossen Parteien, der Liberaldemokrat Nick Clegg, gilt als Kritiker Browns. Er wollte am Sonntag zunächst eine Zusammenarbeit mit den von David Cameron geführten Konservativen ausloten. Die Tories waren als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgegangen, hatten die absolute Mehrheit aber verfehlt.

Klarer Rückstand

Am Samstag hatte sich erstmals ein wiedergewählter Labour-Abgeordneter offen für einen Rücktritt Browns ausgesprochen. Labour hatte bei der Wahl am Donnerstag nur noch 258 Mandate im Unterhaus errungen und ist damit nur noch zweitstärkste Kraft hinter den Konservativen, auf die 306 Mandate entfallen.

SDA/jak

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